Unversichertes Bodenteicher Schützenhaus: Wichtige Prüfunterlagen fehlen

Hat die Aufsicht versagt?

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Bad Bodenteich. Kollektives Wegsehen der Behörden gepaart mit lückenhafter Dokumentation und mangelhafter Kommunikation – nach AZ-Recherchen müsste das marode Bad Bodenteicher Schützenhaus längst geschlossen sein.

Doch der Flecken ignoriert seit einem Jahr den Umstand, dass das Gebäude nicht versichert ist und bei einem Unfall den Verantwortlichen haftungs- und strafrechtliche Konsequenzen drohen. Und der Landkreis Uelzen hat als Aufsichtsbehörde offenbar versagt.

Der Kommunale Schadensausgleich Hannover (KSA) hatte schon vor einem Jahr die Schließung des Gebäudes angemahnt und das Erlöschen des Versicherungsschutzes mitgeteilt. Im Bad Bodenteicher Rathaus erklärte man dieses Schreiben zur Verschlusssache, betreibt das Schützenhaus weiter. Und der Landkreis lässt die Verwaltung des Fleckens gewähren.

Die Aufsichtsbehörde beruft sich dabei auf den Bericht eines Brandschutz-Sachverständigen, der keine Bedenken gegen eine eingeschränkte Nutzung geäußert habe, wenn die Betriebsvorschriften eingehalten werden. Doch das werden sie nicht. Denn zu diesen Betriebsvorschriften zählt laut Kreis-Sprecher Martin Theine auch „die Abnahme der technischen Anlagen durch einen Sachverständigen“. Doch solche Abnahmen gibt es nicht: „Nein, liegen derzeit noch nicht vor“, räumt Gemeindedirektor Frank Juchert auf AZ-Nachfrage ein.

Bis zu 700 Menschen dürfen demnach weiter im baufälligen Bad Bodenteicher Schützenhaus Veranstaltungen besuchen, obwohl die vom Landkreis vorausgesetzten Betriebsvorschriften nicht erfüllt werden. Das wirft die Frage auf, ob auch die Aufsichtsbehörde im Schadensfall straf- und haftungsrechtlich in die Verantwortung genommen werden muss. Für den Kreis, der offenbar bislang von fehlenden Prüfungen nichts weiß, ist das keine Frage: Theoretisch könnte man haftbar gemacht werden, wenn man Aufsichtspflichten verletzt haben sollte. „Dies ist jedoch nach Überzeugung des zuständigen Fachamtes nicht der Fall“, so Theine.

Von Thomas Mitzlaff

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