Samtgemeinde Aue: Gruppe SPD und Dr. Hintze begründet ihr Vorhaben

Antrag gegen Castor

Auf Schienen im Gebiet der Samtgemeinde Aue soll kein Castor-Behälter transportiert werden, fordert die Gruppe SPD/Hintze. Foto: dpa

Bad Bodenteich/Wrestedt. Der Castor-Transport ist auf den Schienen und rollt in Richtung Gorleben. Nicht nur das aktuelle Geschehen rund um den Transport wurde während der Sitzung der Samtgemeinde-Ratsgruppe SPD und Dr. Hintze thematisiert.

Am Ende formulierten die Politiker der Samtgemeinde Aue einen Antrag, der an den Samtgemeinderat weitergegeben werden soll. Der Antrag besagt, dass sich der Rat der Samtgemeinde Aue gegen künftige Transporte hochradioaktiver Abfälle durch das Hoheitsgebiet der Kommune ausspricht.

Dr. Horst-Michael Hintze (FDP) begründet den Antrag der Gruppe und spielt mögliche Szenarien durch. So kommt es laut Hintze im Falle einer Zugkatastrophe zu unkontrollierten Freisetzungen hochradioaktiver Strahlung. „Die sogenannten Castorbehälter sind im Modellversuch nur für eine Aufprall-Geschwindigkeit von 48 Stundenkilometer ausgelegt, werden jedoch trotz ihrer extrem gefährlichen Ladung mit hoher Geschwindigkeit transportiert, und es fehlt eine Rechtsgrundlage“, sagt Hintze.

Außerdem, so der Bad Bodenteicher, basieren die bisherigen Transportgenehmigungen – spätestens nach den letzten Nuklearkatastrophen – auf völlig veralteten Risikobewertungen. Und noch etwas stellt Hintze und die SPD-Gruppe in Frage: „Im Falle einer Nuklearkatastrophe ist der Katastrophenschutz des Landkreises Uelzen im Hinblick auf den Umgang mit leckgeschlagenen Behältern mit hochradioaktivem Inhalt völlig hilflos und nicht ausgerüstet. Für Nuklearkatastrophen gibt es im Landkreis Uelzen keinerlei Katastrophenschutzpläne.“ Die Inkaufnahme des hohen „Restrisikos“ von Castortransporten widerspreche dem Strahlenminimierungsgebot der Strahlenschutzverordnung, lautet es im Antrag der Gruppe. „Darüber hinaus hat die Innenministerkonferenz beschlossen, dass Genehmigungen von Gefahrguttransporten nicht nur generell, sondern insbesondere von hochradioaktivem Atommüll, die Sicherheit der Menschen als alleinige Grundlage haben dürfen“, unterstreicht Hintze.

Ob es der Antrag schon am 15. Dezember, bei der nächsten Sitzung des Samtgemeinderates, auf die Tagesordnung schafft, bezweifelt Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke: „Ich muss Auskunft beim Landkreis einholen, ob die Fakten tatsächlich alle so stimmen.“

Von Jörn Nolting

Kommentare