Ermittlungen wegen Vortäuschens einer Straftat in Bad Bodenteich

Amoklauf angedroht: Polizei stoppt Schulbus

bs Bad Bodenteich. Ein anonymer Anrufer, der vor einem Amoklauf an der Oberschule Bad Bodenteich gewarnt hat, hat gestern einen Polizei-Einsatz in einem Schulbus verursacht.

Letztlich stellte sich aber heraus, dass zu keiner Zeit die Gefahr eines Amoklaufs bestanden habe, sagte Kai Richter, Pressesprecher der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen, im AZ-Gespräch.

Demnach hat ein Unbekannter gestern gegen 6.45 Uhr den Notruf der Polizei gewählt. Der Anrufer – von der Stimme her ein junger Mann – teilte mit, dass ein 16-jähriger Schüler der Bodenteicher Oberschule gerade in einem Bus unterwegs sei, eine Pistole dabei habe und einen Amoklauf in der Schule plane. Daraufhin stoppte die Polizei den Bus zwischen Wrestedt und Bad Bodenteich und holte den 16-Jährigen heraus. Eine Pistole oder eine andere Waffe sei bei dem Jugendlichen nicht gefunden worden, der befürchtete Amoklauf habe sich nicht bestätigt, sagte Kai Richter. „Wir ermitteln jetzt wegen Vortäuschens einer Straftat.“

Möglicherweise habe der anonyme Anrufer dem 16-Jährigen schaden wollen. Es sei aber auch nicht auszuschließen, dass der Unbekannte am Telefon mit dem Jugendlichen im Schulbus identisch sei. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. Ausdrücklich weist Richter Gerüchte zurück, nach denen die Polizei den Bus gestürmt und Panik unter den Fahrgästen geherrscht habe.

Oberschul-Leiterin Mingo Hartmann betont gegenüber der AZ, dass die Lehrer die Schüler „feinfühlig und sachlich“ über den Vorfall aufgeklärt hätten. Unter den Schülern habe es keine Unruhe gegeben, so Hartmann. In Briefen an die Eltern habe sie die Vorkommnisse geschildert und auch die Landesschulbehörde darüber informiert.

Von Bernd Schossadowski

Rubriklistenbild: © dpa

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