Aus elf Klassen werden 18: Ab heute Konzentration der Oberschule Bodenteich auf einen Standort

Alle müssen enger zusammenrücken

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Schulleiterin Mingo Hartmann (rechts) und Lehrer Dr. Klaus-Dieter Fuhrmann führten die stellvertretende Leiterin des Schul- und Kulturamtes, Ulrike Martens, gestern durch die Oberschule.

Bad Bodenteich. Auf diesen Tag haben die Oberschule Bad Bodenteich und der Landkreis Uelzen lange hingearbeitet: Ab heute gibt es nur noch einen Standort für die Oberschule, nämlich das Hauptgebäude am Kiebitzberg.

Seit der Schließung des Nebenstandortes am Leinenberg vor sechs Wochen sind Tische, Stühle, Schränke und ein Whiteboard von dort an den Kiebitzberg umgezogen. Zudem müssen nun sieben zusätzliche Schulklassen in dem Gebäude Platz finden.

Schulleiterin Mingo Hartmann blickt dem Umzug mit Vorfreude, aber auch mit einer Portion Skepsis entgegen. Bislang seien elf Klassen im Hauptgebäude untergebracht gewesen, nun seien es 18, berichtet sie. Künftig werden sich dort 350 Schüler tummeln – etwa 110 mehr als zuvor. Das erfordere einen höheren logistischen Aufwand. Alle müssten enger zusammenrücken. Unter anderem wurden Gruppen- und Fachräume in allgemeine Unterrichtsräume umgewandelt. Der Nebeneffekt: „Wir haben jetzt keinen eigenen Raum für Asylbewerber-Kinder mehr übrig. Das ist sehr schade“, sagt Hartmann.

Erschwert werde nun auch die Differenzierung. Bislang konnten Haupt- und Realschüler sowie inklusiv beschulte Kinder in kleineren Gruppen und in getrennten Räumen – je nach Lernniveau – unterrichtet werden. Nun müssen die unterschiedlichen Inhalte in einem einzigen Raum vermittelt werden. „Das macht es viel schwieriger für die Lehrer“, glaubt Hartmann.

Dadurch werde auch der Lärmpegel steigen, vermutet Lehrer Dr. Klaus-Dieter Fuhrmann. In dem Gebäude seien viele Innenwände in Leichtbauweise errichtet. Entsprechend schlecht sei die Akustik. Dennoch blickt Hartmann zuversichtlich auf das kommende Schuljahr: „Es ist eben eine neue Situation, an die wir uns erst mal gewöhnen müssen.“

Von einer Raumnot in der Oberschule will Ulrike Martens, stellvertretende Schul- und Kulturamtsleiterin des Landkreises, aber nicht sprechen. Die Situation in Bad Bodenteich sei mit der in allen anderen Schulen in Kreis-Trägerschaft vergleichbar. „Mir erschließt sich nicht, warum es hier eng sein soll“, sagt sie. Das Gleiche gelte für die Akustik. Die sei in der KGS Bad Bevensen genauso, doch die Schule komme damit klar.

Martens hebt den Umbau und die Brandschutz-Verbesserungen am Kiebitzberg hervor. So wurde im Erdgeschoss ein zweiter Notausgang geschaffen. Die Fenster bekommen einen Sonnenschutz, im Werkraum stehen vier neue Werkbänke, und im Herbst werden zehn moderne Brandschutztüren eingebaut. Darüber hinaus werden schrittweise Wandpaneele angeschafft, die den Schall schlucken. Daher fällt das Fazit von Baudezernent Frank Peters positiv aus: „Ich bin froh, dass wir die Konzentration auf diesen Schulstandort möglich gemacht und den Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht haben.“

Von Bernd Schossadowski

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