Müssingen: Anwohner des Wiewohler Weges beklagt sich über Umweltsünder und Verkehrsrowdys

Ärger mit Müll und Rasern

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Entsorgt: Alte Reifen und der Auffangkorb eines Rasenmähers liegen im Seitenrand des Wiewohler Weges. Sie wurden vorsätzlich dort abgeladen.

Müssingen. Unangenehme Entdeckung beim Spaziergang: Jede Menge Müll entdeckte der Müssinger Michael Clemens im Seitenstreifen des Wiewohler Weges – der Weg, der Niedersachsen mit dem benachbarten Sachsen-Anhalt verbindet.

„Dort wurden genutzte Farbspraydosen unachtsam und bedenkenlos entsorgt und alte Autoreifen nebst einem Auffangbehälter für einen Rasenmäher“, schüttelt der Müssinger mit dem Kopf. Das seien inakzeptable Umstände und vor allem eine grob fahrlässige Umweltverschmutzung, die es zu beseitigen und auch zu ahnden gelte.

Sondermüll: Auch leere Spraydosen wurden einfach an den Straßenrand geschmissen.

Doch nicht nur der Müll im Seitenstreifen macht Clemens wütend. „Durch zwei Herzinfarkte im vergangenen Jahr bin ich nun leider noch krankgeschrieben und daher sehr viel zu Hause. Bedingt durch die gesundheitlichen Umstände bin ich jeden Tag zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, was sich angesichts der wunderbaren Natur anbietet.“ Nur genießen könne er diese Ausflüge mit keinem Moment, da er, trotz bewusstem Tragen einer Sicherheitswarnweste, permanent rücksichtslos mit Verkehrsrowdys konfrontiert werde und jeden Tag Angst um sein Leben habe.

„Andere haben einen Flughafen oder die Autobahn – wir haben den Wiewohler Weg als Einflugschneise zwischen Ost- und Westdeutschland“, so empfindet Clemens den eigentlich land- und forstwirtschaftlich genutzten Weg. Keinerlei Geschwindigkeitsbegrenzungen durch Schilder, keine vernünftige, dem Verkehr angepasste ausgebaute Straße und erst recht keine Kontrolle durch die Gesetzeshüter mittels Radarkontrollen – der Müssinger wünscht sich mehr Sicherheit für sich und die Einwohner seines Ortes. Er hat an sechs Tagen hintereinander, von morgens 8 Uhr bis abends 20 Uhr, das Verkehrsaufkommen gezählt. 130 Fahrzeuge in zwölf Stunden sei in seinen Augen „mehr als nur bedenklich für so eine Straße“. Heute will sich Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke ein Bild vor Ort machen. 130 Autos am Tag hält er allerdings nicht unbedingt für „ungewöhnlich“ auf einer Gemeindestraße. Was die Geschwindigkeit angehe, so sei das subjektive Empfinden oft anders als die tatsächliche Geschwindigkeit. Für Clemens hingegen ist es schon „mehr als ein Wunder“, dass auf dieser Strecke nicht jeden Tag Unfälle passieren, eben wegen der Unübersichtlichkeit durch die Hügel und die rücksichtslose Raserei. Für den Müll im Seitenrand hingegen sei der Abfallwirtschaftsbetrieb zuständig, der im Auftrag des Umweltamtes tätig wird.

Von Jörn Nolting

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