Von Woche zu Woche

Zurück bleibt eine Baustelle

Im Juni beginnen die Abrissarbeiten am Bad Bevenser Kurhaus – wenige Monate später verlässt der Chef der Bevenser Kurgesellschaft (KurGmbH) und der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) die Kurstadt. Eine denkbar ungünstige Konstellation.

Uwe Winter selber sieht diese Problematik nicht: Die BBM sei nur der künftige Betreiber des Kurhauses und die anstehende Neubauphase bei der Stadt in guten Händen.

Dennoch: Ein kreativer Kopf des Projekts fehlt. Denn es war zwar nicht an Uwe Winter, für den Neubau die Hand zu heben – das war die Aufgabe der Politik, doch die hat er beispielsweise in Planungsgruppen zum Kurhaus beraten. Außerdem wird es Aufgabe der BBM sein, Urlaubern, trotz der Baustelle, Bad Bevensen und das Kurzentrum als touristisches Ziel schmackhaft zu machen. Ein Ziel, das dem Team besonderen Einsatz abverlangt und nur zu erreichen ist, wenn alle Räder ineinandergreifen; dann sicher auch ohne einen Chef, der das Projekt von Beginn begleitet hat.

Dass Uwe Winter die Kurstadt im Sommer verlässt, ist keine alltägliche Personalie. Der Chef der Kurgesellschaft und der BBM prägt die touristische Ausrichtung der Stadt – und damit das Wirtschaftsstandbein Bad Bevensens – maßgeblich. Die Kurstadt wird sich mit diesem Wechsel verändern, und sie hat sich durch Uwe Winter bereits verändert. Die Therme wurde umgebaut, mit der Kurbahn Thermelinchen erhielt Bevensen einen innerstädtischen ÖPNV und mit der Salz- und Solewelt an der Therme schafft sich Winter derzeit ein Denkmal.

Er hat in Bad Bevensen viel angeschoben, für seine Kreativität und seine spontanen Ideen wird er geschätzt – und ebenso kritisiert. Er hat viel Geld ausgegeben, aber auch hohe Fördersummen eingeworben. Die Gästezahlen steigen seit Jahren, das Defizit der Kurgesellschaft auch. Was Uwe Winters fünf Jahre in Bevensen bewirkt haben, wird erst später sichtbar werden: Wer will jetzt aufrechnen?

Natürlich sind Ausgaben messbar, aber Imagebildung oder Veränderungen im Denken zählen auch zum touristischen Erfolg. Es bleibt abzuwarten, wie ein Nachfolger das Zuschussgeschäft Tourismus und den Spagat zwischen kreativer Touristik und den klammen Kassen der Kommunen bewältigen wird.

Von Wiebke Brütt

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