Kurstadt Bad Bevensen treibt offensiv Barrierefreiheit und Inklusion voran

Zuerst sind Toiletten dran

Beispiel für Barrierefreiheit: Die Toiletten an der Göhrdestraße sind bereits behindertengerecht umgestaltet. Weitere Arbeiten sollen folgen. Foto: Wendlandt

Bad Bevensen. Die Stadt Bad Bevensen geht weitere Schritte in Sachen Barrierefreiheit. 20 000 Euro sind für das Ziel Inklusion in den Haushalt der Kurstadt bereits eingestellt worden.

Nun wird die Gleichbehandlung aller Menschen in der Kurstadt verfolgt – und das i mehreren Ansätzen.

Sichtbar wird sich in Kürze bei den öffentlichen Toiletten der Stadt etwas ändern. Die Einrichtung an der Göhrdestraße nahe des Neptunbrunnens wurde bereits barrierefrei saniert. „Wir werden dort so schnell wie möglich ein Schlosssystem anbringen, das auch schon in anderen Großstädten verwendet wird“, berichtet Bürgermeister Martin Feller (Grüne). Mit einem Schlüssel sollen dann Menschen mit Handicap die behindertengerechte, inzwischen gebührenpflichtige Toilette kostenlos nutzen können. Die weiteren öffentlichen Toiletten der Kurstadt – am Bahnhof und in der Rathausstraße – sollen ebenfalls umgebaut werden. Sie müssen zunächst behindertengerecht umgebaut und dann ebenfalls mit dem Schlüsselsystem versehen werden. Und weitere bauliche Maßnahmen, die der Barrierefreiheit der Stadt dienen sollen, werden angepackt. Von dem Geld, das in den Haushaltsplan eingestellt wurde, sollen beispielsweise Bordsteine abgesenkt werden.

Neben den baulichen Maßnahmen setzen Politik und Verwaltung auf die Einrichtung eines Gremiums, um die Belange aller Gruppen im Blick zu haben. „Ob das in Form eines Seniorenbeirates oder eines Inklusionsbeirates passieren wird, wissen wir noch nicht“, erklärt Bürgermeister Feller. Der Verwaltungsausschuss sprach sich bisher nur grundlegend für die Gründung eines entsprechenden Beirates aus – Name und Zusammensetzung müssen weiter beraten werden.

Das Thema Inklusion (also die Einbeziehung aller Menschen) für die die Barrierefreiheit eine Grundvoraussetzung ist, wird seit mehreren Wochen rege in der Kurstadt diskutiert. Die Mehrheitsgruppe im Stadtrat (SPD/WBB/Grüne) hatte per Antrag offensiv gefordert, die Inklusion in Bad Bevensen voranzutreiben. Die Politiker forderten vor allem den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, denn bisher können Gehbehinderte nur begrenzt von der Kurbahn transportiert werden. Unterstützt wurde der Vorstoß der Mehrheitsgruppe von SoVD und der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Die AWO Bad Bevensen hatte bereits vergangenes Jahr auf Unzulänglichkeiten im Bereich Barrierefreiheit und zum Teil gravierende Mängel aufmerksam gemacht.

Von Wiebke Brütt

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