Zur Erinnerung an Besuch von Wilhelm I. in Bad Bevensen 1871: 200 Darsteller rund um den Bahnhof

Ein Zeitsprung ins Kaiserreich

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Historische Tänze in historischen Kostümen.

Bad Bevensen. Die Geschichte wurde um 144 Jahre für einen Tag zurückgedreht, als es am Sonnabend in Bad Bevensen zum zehnten Mal hieß „Der Kaiser kommt“. Eine Veranstaltung, die wieder hunderte Gäste in die Kurstadt lockte.

Sie ließen sich von rund 200 Militärdarstellern verschiedener Armeen aus Frankreich, Schottland und Amerika sowie zivil Gewandeten mitnehmen auf eine visuelle Zeitreise in die Vergangenheit, in die Zeit, als der Kaiser mit dem Zug nach Bevensen reist, um von dort mit der Kutsche weiter zur Jagd in die Göhrde zu fahren. Auf über 250 Seiten finden sich Dokumente über die Kaiserbesuche im Archiv von Bad Bevensen. Das historische Spektakel wird es in zwei Jahren wieder geben.

Am Bahnhof hieß es um 12.05 Uhr: „Der Kaiser kommt“. Hans-Jürgen Betzholz, der den damaligen Bürgermeister Leopold Kempe spielte, moderierte für die Zuschauer die geschichtlichen Zusammenhänge und verlas die einstigen Anweisungen des Amtshauptmanns und Wachtmeisters. Das Kaiserpaar mit seinem Gefolge wurde mit „Hoch“-Rufen begrüßt.

Der Schulmeister greift ein: Historischer Unterricht.

Nach der Abnahme der Parade ging es mit dem Mindener Bürger-Tambourcorps in den Wilhelmsgarten. Ein vielseitiges Programm wurde geboten: Von historischen Tanzvorführungen, Körperertüchtigung von Soldaten, Salutschießen, historische Löschübungen, eine historische Schulstunde und Platzkonzerte bis hin zur Gassenhauern von den Altmarksängern. Faszinierend waren die Flugschauen von Eulen und Adlern mit den Falknern Robert Schmitz und Marco Wahl. Weiterhin konnte einer Portraitmalerin und einem Scherenschnittkünstler zugesehen werden.

Am Nachmittag folgte ein Umzug zum Denkmal an der Kirche. Es wurde an die Gefallenen erinnert. Wie eng Bad Bevensen mit dem Kaiserbesuch verwoben ist, wird auf dem Bild der Kaiser-Krönung in Versailles deutlich. Dort ist der Bevenser Louis Stellmacher in weißer Uniform abgebildet. Zudem sind Originalfotos von der Übergabe des Denkmals an der Kirche von 1875 im Gasthaus Pott und Pann zu sehen.

Von Gudrun Kiriczi

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