Nach Stromausfall in Bad Bevensen: Notstromaggregat springt nicht an

Zappenduster in der Klinik

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Wegen eines Stromausfalls gingen jetzt in der Diana-Klinik die Lichter aus. Das Notstromaggregat versagte.

Bad Bevensen. Stromausfall. In der Finsternis in Richtung Taschenlampe tapsen, Sicherungskasten überprüfen, eine Kerze anzünden: Der Stromausfall, der ausgerechnet am Heiligabend im Osten Bad Bevensens die Lichter ausgehen ließ, traf nicht nur Privathaushalte und Hotels, auch in der Diana-Klinik war es zappenduster.

 Die Notstromversorgung des Krankenhauses sprang nicht an.

„Die Diana-Klinik verfügt über ein neues, modernes Notstromaggregat, das im Notfall den gesamten relevanten Strombedarf der Klinik deckt“, weiß Pressesprecherin Birga Berndsen. So habe der 630 Kilowatt starke Dieselmotor mit Generator zum Jahresanfang 2014 einen dreistündigen Stromausfall überbrückt. Das Notstromaggregat, das normalerweise innerhalb von 16 Sekunden einspringt, wird einmal monatlich überprüft. Der letzte Testlauf sei am 23. Dezember ohne technische Probleme durchgeführt worden, berichtet Birga Berndsen. „Am 24. Dezember sprang ein Schaltrelais des Aggregats, das bislang allgemein als ausfallsicher angesehen worden ist, nicht an, was zu einem weniger als zwanzig Minuten andauernden Stromausfall in der Diana-Klinik führte.“

In Absprache mit dem Hersteller werde man Konsequenzen ziehen. Sensible Geräte seien von dem Stromausfall nicht betroffen gewesen, weil in der Diana-Klinik keine Operationen durchgeführt werden. „Eine Prüfung ergab, dass aufgrund des Vorkommnisses für niemanden eine Gefahr bestand“, betont Birga Berndsen.

Das Herz- und Gefäßzentrum (HGZ) war nicht betroffen. Es wird von gleich zwei Einspeisepunkten der SVO versorgt. „Fällt einer aus, erfolgt die Versorgung über den anderen Einspeisepunkt“, so Berndsen zu den Sicherheitsvorkehrungen im HGZ. „Hier sind über das Notstromaggregat hinaus weitere energiepuffernde Anlagen wie zum Beispiel eine zentrale Batterieanlage installiert. Alle lebenserhaltenden medizinischen Geräte verfügen zudem über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung durch jeweils eingebaute Akkus.“ Sie besitzen Reserven für mindestens zwei Stunden.

Verantwortlich für den Blackout war ein Kabelfehler in der Versorgungsleitung zwischen Klein Hesebeck und Bad Bevensen, berichtet Ralf Horst, Pressesprecher des Energieversorgers SVO. Von 20.34 bis 21.06 Uhr waren die Leitungen tot. Weil das Stromnetz eng vernetzt sei, habe man relativ schnell für Ersatz sorgen können, erklärt Horst: „Wir können durch Zuschalten von anderen Stationen relativ rasch die Versorgung wiederherstellen.“

Von Gerhard Sternitzke

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