Was zählt, sind Sachentscheidungen

Eine von Himbergens Schokoladenseiten – über ihre Entwicklungen und weitere lokale Projekte soll künftig die „Wählergemeinschaft Himbergen“ im Gemeinderat entscheiden. Foto: Ph. Schulze

Himbergen. Das gab es in Himbergen noch nie: Erstmals werden die im Gemeinderat vertretenen Parteien keine getrennten Listen aufstellen. Sie haben sich darauf verständigt, für die kommende Kommunalwahl eine gemeinsame Liste zu bilden, die für alle Bürger der Gemeinde offen ist.

Am Dienstag, 17. Mai, sind alle an einem Mandat Interessierte zur so genannten Aufstellungsversammlung eingeladen, die nach dem niedersächsischen Kommunalwahlgesetz vorgeschrieben ist. Ab 19.30 Uhr soll dann im Versammlungsraum der Gemeinde Himbergen, Bahnhofstraße 1, ein entsprechender Wahlvorschlag beschlossen werden.

Die gemeinsame Liste kann bis zu 16 Personen umfassen. Wer auf welchem Listenplatz kandidiert, wird auf der Versammlung am Dienstag beschlossen.

Jürgen Hinrichs

Der Hintergrund für die Bildung einer Wählergemeinschaft Himbergen für die Kommunalwahl am 11. September ist ein ganz pragmatischer: „Die Kandidaten drängeln sich nicht gerade“, sagt stellvertretender Bürgermeister und derzeitiger SPD-Fraktionschef Jürgen Hinrichs. Außerdem sei die Bildung einer Wählergemeinschaft „Ausdruck des guten Einvernehmens“, das es in der Vergangenheit zwischen CDU, SPD und Grünen im Gemeinderat gegeben habe. Sowohl Hinrichs als auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Heinrich Stute und Felix Quittenbaum von den Grünen stellen fest, dass Parteipolitik auf dem Dorf schwierig geworden ist. „Es geht bei uns eher um Sachentscheidungen“, sind sich die Drei einig. Der Einfluss der Parteien kann auch in einer Wählergemeinschaft – wie es sie übrigens beispielsweise in den Gemeinden Römstedt oder Barum bereits seit Jahren gibt – eingebracht werden, ist Heinrich Stute überzeugt. Allerdings sei man sich in der Vergangenheit ohnehin in Sachfragen überwiegend einig gewesen, parteipolitische Diskussionen gab es so gut wie keine. „Die Parteizugehörigkeit spielte auf unserer Ebene keine Rolle“, sagt Heinrich Stute. „In den wesentlichen Dingen haben wir ähnliche Vorstellungen“, ergänzt Felix Guittenbaum.

Im Übrigen habe die CDU „keinen richtigen Bürgermeisterkandidaten“ gehabt, so Stute. Der noch amtierende Bürgermeister Günter Täck (CDU) wird nicht wieder zur Wahl stehen. Dafür aber hat Jürgen Hinrichs seinen Hut in den Ring geworfen. Und sowohl CDU als auch Grüne signalisieren, dass sie den SPD-Mann als künftigen Bürgermeister der Gemeinde Himbergen unterstützen werden.

Von Ines Bräutigam

Kommentare