„Einbußen der Lebensqualität“ bei vierspurigem Ausbau des Bahnnetzes in der Stadt befürchtet

Y-Trasse: BfB kritisiert Alternative

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Noch saust die Bahn über den zweigleisigen Ausbau duch Medingen und Bad Bevensen – dieses Netz könnte ausgebaut werden.

wb Bad Bevensen. Die Planungen zur Y-Trasse erhitzen die Gemüter in Bad Bevensen – genauer gesagt, eine der vorgestellten Varianten:

„Die von der Deutschen Bahn erarbeitete Alternativvariante zur ‘Y-Trasse’ – der Ausbau des Streckenabschnitts zwischen Uelzen und Lüneburg von zwei auf vier Gleise – würde für die Kurstadt Bad Bevensen unübersehbare negative Folgen haben, zumal der Ausbau in erster Linie dem Güterfernverkehr dienen soll“, kritisiert die Fraktion Bürger für Bad Bevensen (BfB), die zwei Mandate im Stadtrat hält.

Die BfB befürchtet „erhebliche Einbußen der Lebensqualität“ im Kurort und fordert per Antrag an den Verwaltungsausschuss (VA) der Stadt, dass dieser sich sofort mit dem Sachverhalt befasse. Darüberhinaus regt die BfB-Fraktion an, sich mit den anderen von dieser Trassenvariante betroffenen Gemeinden zu einem Aktionsbündnis zusammenzuschließen. Die BfB ist die erste Fraktion innerhalb der Samtgemeinde, die sich öffentlich kritisch zu der Y-Trassen-Planung äußert.

Das Schienennetz, das Hannover und Hamburg miteinander verbindet, verläuft teilweise direkt durch die Stadt Bad Bevensen. Bis Ende 2016 soll laut Niedersächsischem Wirtschaftsministerium eine Entscheidung für eine der vorgeschlagenen Varianten erfolgen. „Bei der bekannten Zähflüssigkeit der Verfahrensabläufe ist baldiges Handeln durch die Stadt notwendig“, betont BfB-Fraktionsvorsitzende Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka.

Bei einem anderen Verkehrsprojekt hat sich die Kurstadt 2012 offensiv positioniert: mehrheitlich stimmte der Stadtrat gegen die derzeit geplante Trassenführung der Autobahn 39. Per Beschluss hat sich das Gremium verpflichtet, alle möglichen Schritte – wenn erforderlich auch rechtliche – einzuleiten, um den Bau der Strecke zu verhindern. Denn durch die geplante Streckenführung und Abschnittsbildung würde die Stadt durch ein höheres Verkehrsaufkommen an einer dafür nicht ausgerichteten Stelle des Straßennetzes belastet. Außerdem wären die Ortsteile Groß Hesebeck, Röbbel und Gollern massiv von dem Bau betroffen, da die Trasse zum Teil direkt durch die Ortschaften führt.

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