„Zelt im Park“ müsste zum Jahresende schließen / Betreiber hoffen auf Fortbestand

„Wir würden gern bleiben“

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Die Baugenehmigung für ihr „Zelt im Park“ läuft zum Jahresende aus. Doch sollte es die Möglichkeit geben, würden Kerstin und Ralf Henkel gern auch weiterhin in Bad Bevensen bleiben.

Bad Bevensen. Er spricht von einem „Baby“. Sie gibt zu, dass mit dem Projekt ein kleiner Herzenswunsch in Erfüllung gegangen war. Für Ralf und Kerstin Henkel ist das „Zelt im Park“ in Bad Bevensen sehr viel mehr als nur ein Wirtschaftsbetrieb.

Und wenn die Betreiber des ungewöhnlichen Veranstaltungsraums samt Gastronomie nahe des Neptunbrunnens an das Jahresende denken, schlägt die Stimmung ins Wehmütige um. Denn die für das Zelt erteilte Baugenehmigung läuft, wie berichtet, am 31. Dezember 2016 aus. Das Zelt im Park wäre damit Geschichte.

Aufgebaut wurde es vor gut zwei Jahren in Kooperation mit der Bad Bevensen Marketing GmbH. Das Zelt sollte Ersatz sein für das alte Kurhaus, das damals abgerissen wurde. Inzwischen ist das neue Kurhaus fertiggestellt und vor zwei Wochen eingeweiht worden. Vielen Bürgern und Besuchern der Stadt stellt sich damit die Frage: „Was wird jetzt aus dem Zelt?“ Wenn es nach Kerstin und Ralf Henkel ginge, könnte die Einrichtung auch weiterhin bestehen: „Wir würden gern in Bad Bevensen bleiben“, sagen sie.

Doch dafür bedarf es nicht nur einer neuen Genehmigung vom Landkreis. Auch die Stadt Bad Bevensen müsste grünes Licht geben, denn ihr gehört die Fläche, auf der das Zelt steht. Da es aber noch keinerlei Gespräche gab, sind die Henkels sehr zurückhaltend. Nur so viel sagen sie auf AZ-Nachfrage: Sollte es eine Möglichkeit geben, würden sie die Fläche gern pachten. Entsprechende Anträge sollen jetzt auf den Weg gehen.

Zu viel Herz hänge inzwischen an dem Projekt, als dass man einfach so die Türen schließen könnte. Anfängliche Querelen und argwöhnische Attacken einzelner Bevenser Gastronomen an der Brückenstraße gegen den Gastronomiebetrieb der Henkels sind inzwischen Vergangenheit. Die Zelt-Betreiber, deren eigentliches Geschäft der Verleih von Festzelten ist, sind in Bad Bevensen angekommen und aufgenommen. Sie sind Mitglied der Werbegemeinschaft geworden, haben neun Mitarbeiter fest angestellt, dazu eine Handvoll Aushilfen, und wollen Ergänzung des Angebots in der Stadt sein, nicht Konkurrenz von irgendwem.

So werden im Zelt im Park Veranstaltungen fortgeführt, die nach dem Abriss des alten Kurhauses heute keinen Platz mehr finden würden – der traditionelle Tanztee zum Beispiel. „Früher waren da 20, 30 Leute“, weiß Ralf Henkel, „heute haben wir zwischen 60 und 80 Teilnehmer.“

An kulturellen Veranstaltungen habe man gar kein Interesse. Für größere Gruppen und private Gesellschaften sei das Zelt geeignet. Die Zelt-Gastronomie „Neptuns Inn“ ergänze derweil das Veranstaltungsangebot im neuen Kurhaus. Hier wurde, wie berichtet, kein Restaurant mitgeplant. „Seit der Kurhauseröffnung“, berichtet Kerstin Henkel, „haben wir viele Gäste von dort, die hier etwas essen.“ Somit könne man einen Teil zur Zufriedenheit der Bevensen-Besucher beitragen. Und das wollen die Henkels auch gern weiterhin tun.

Von Ines Bräutigam

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