Gäste sollen 25 Cent weniger zahlen, wenn die Kurbahn nicht mehr fährt

SPD will Bevensens Kurbeitrag senken

ib Bad Bevensen. Für die Finanzierung einer Kurbahn in Bad Bevensen war der Kurbeitrag einst um 30 Cent pro Person und Tag angehoben worden.

Da, wie berichtet, zum 1. Juni Solarbahn-Betreiber Andreas Gensch mitsamt seinem Gefährt die Kurstadt verlassen wird und kurzfristig auch keine Nachfolgelösung gefunden wurde, stellt die SPD-Fraktion im Bad Bevenser Stadtrat nun folgenden Antrag: Der Kurbeitrag möge wieder um 25 Cent gesenkt werden. Verwaltungsausschuss und Stadtrat, so wollen es die Sozialdemokraten, sollen in ihrer nächsten Sitzung über den Antrag beraten.

Ellen Laas

„Der Betrieb der Kurbahn wird zum 1. Juni eingestellt, deshalb halten wir es für erforderlich, den Kurbeitrag entsprechend zu senken“, erläutert SPD-Fraktionsvorsitzende Ellen Laas das Ansinnen kurz und bündig. Zurzeit zahlen Kurgäste in Bad Bevensen von April bis Oktober 3 Euro pro Person, in den Monaten November bis März 2,70 Euro pro Person. Im vergangenen Jahr betrugen die Einnahmen aus dem Kurbeitrag rund 950 000 Euro; für dieses Jahr werden 908 000 Euro erwartet.

„Die Stadt ist gesetzlich verpflichtet, Aufwendungen durch Kur- und Fremdenverkehrsbeiträge zu refinanzieren“, erläutert Stadt-Sprecher Jörn Nolting als Hintergrund. Und: „Der gesetzliche Rahmen für die Refinanzierung der Aufwendungen im Kur- und Tourismusbereich ist derzeit nicht ausgeschöpft.“

Eine Argumentation, die zwar richtig sei, sagt Ellen Laas, dennoch sei aber Fakt: „Wir haben eine Leistung, die entfällt und damit ein Plus weniger für die Gäste. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, für die Zeit, in der es weniger Angebot gibt, auch den Kurbeitrag zu senken.“ Auch den Hoteliers und anderen Vermietern von Ferienunterkünften würde man damit den Rücken stärken, meinen die Sozialdemokraten. Sollte es eines Tages wieder eine Kurbahn in Bad Bevensen geben, ergänzt Ellen Laas, müsste man auch wieder über eine Anhebung des Kurbeitrags sprechen.

Den Kurbeitrag müssen alle Gäste entrichten, die in der Kurstadt übernachten. Laut Kurbeitragssatzung ist er dafür vorgesehen, zumindest zu einem Teil den Aufwand für die Herstellung, Anschaffung, für die Erweiterung und Verbesserung, Unterhaltung und auch Verwaltung ihrer Einrichtungen zu decken, die dem Fremdenverkehr dienen. Unter anderem werden also mit dem Geld die Pflege des Bad Bevenser Kurparks bezahlt, werden die Veranstaltungen finanziert und beispielsweise auch Wanderwege oder Beschilderungen unterhalten.

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