Bauarbeiten im Kurpark Bad Bevensen / Gäste nehmen es gelassen

Walken zwischen Erdhügeln

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Einmal abladen: Unter Aufsicht werden Materialien für die Wege angeliefert und dann verteilt.

Bad Bevensen. Augen auf beim Nordic-Walking, das gilt im Bad Bevenser Kurpark derzeit noch mehr als sonst. Denn im Kurpark wird gebaut. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Anlage für Gäste gesperrt ist.

Bewusst hat man sich dafür entschieden, den Betrieb am Laufen zu halten – abschnittsweise wird auf die Arbeiten hingewiesen, einzelne Bereiche durch Schilder kurzzeitig abgegrenzt. Also weichen die findigen Walker kurzerhand auf die Rasenfläche aus, wenn sie von den altbekannten, wassergebundenen Wegen auf Arbeiter treffen, die gerade das neue rot-gelbe Pflaster verlegen. Breiter als bisher und zudem barrierefrei sollen die neuen Rundwege durch die Grünanlage werden. „Die Wege folgen dem Lauf der Ilmenau“, erklärt Bauamtsmitarbeiter Thorsten Brinck die Fußgängerführung.

Dass der Kurpark derzeit komplett auf links gedreht wird, scheint weder die Walker noch andere Besucher des Parks zu stören – zumindest der Hauptteil der Menschen spaziert entspannt an Baggern und meterlangen Bändern aufgetürmter Erde vorbei. „Hier werden Leitungen verlegt“, verrät Brinck das Geheimnis hinter den Erdhügeln. Immerhin umfasse die Umgestaltung des Kurparks ja auch ein neues Beleuchtungskonzept.

Während Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer bemerkt, dass der Kurpark derzeit „schlimm aussieht“, nehmen es Walter Gühne (74) und seine Frau Ruth (65) gelassen. „Das stört uns überhaupt nicht. Es ist doch klar, dass bauliche Veränderungen nicht geräuschlos von Statten gehen“, sagen die Gäste aus Gera. Aus optischer und funktionaler Sicht zeigen ihre Daumen nach oben. Sie können sich sogar ein Lob für den Baustellen-Park nicht verkneifen: „Super, dass man hier die Ilmenau als natürliche Kneippanlage nutzt.“

Auch Wolfgang und Ossana Rohmann behalten trotz knatterndem Rasenmäher und vorbeifahrenden Baustellenfahrzeugen die Nerven. „Es sieht so aus, als ob das hier eine sehr schöne Sache wird. Ich hätte mit nur gewünscht, dass am Eingang des Parks auf die Arbeiten hingewiesen wird“, merkt die 61-Jährige an. „Die Arbeiten stören aber nicht, sie sind ja fast lautlos“, betont ihr Mann – eine Einschätzung, die die Zuhörer an der Konzertmuschel am Nachmittag vielleicht nicht ganz teilen mochten: In ihr Klassikkonzert verirrte sich so manches Brummen...

Von Wiebke Brütt

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