Facetten von Bad Bevensens Handel: Ein Überblick über Namen und Zahlen

Vier Stimmen für die Wirtschaft

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Eine Aktion, von der alle profitieren: Die verkaufsoffenen Sonntage Bevensens – organisiert von BBM, „Wirtschaft und Tourismus“ und Werbegemeinschaft – nutzen Tagesgäste und Urlauber.

Bad Bevensen. „Bad Bevensen Wirtschaft und Tourismus“, „Werbegemeinschaft Bad Bevensen“, „Dehoga-Ortsverein Bad Bevensen“ und „proWirtschaft“ – die Gewerbetreibenden Bad Bevensens sprechen über mehrere Kanäle.

Bei öffentlichen Veranstaltungen und in Pressemitteilungen äußern sich die Sprecher der Vereinigungen – zur strategischen Zielentwicklung der Kurstadt oder zur Erhöhung der Fremdenverkehrsbeiträge etwa. Dem Unbeteiligten fällt die Zuordnung der Positionen und deren Unterscheidung schwer, denn von „der Wirtschaft“ kann angesichts von vier Vertretungen nicht die Rede sein, von gleichem Status ebenso nicht. So werden Dehoga und „Wirtschaft und Tourismus“ (BBW&T) beispielsweise schriftlich von der Stadt zur öffentlichen Präsentation des Haushalts eingeladen, die anderen nicht.

Alle vier Genannten sind laut Register eingetragene Vereine, bestätigt das Amtsgericht Lüneburg einen Fakt, der von den „drei Großen“ – von Dehoga, BBW&T sowie Werbegemeinschaft – wiederholt infrage gestellt wird. Ein Beispiel: „Warum führt dieser Verein, wenn es ihn denn überhaupt gibt, ein Leben im Verborgenen? Warum tritt er niemals öffentlich in Erscheinung außer in den zahlreichen, aber immer negativen Äußerungen von Frau Braun in der Allgemeinen Zeitung? Ist den Mitgliedern, falls es welche gibt, überhaupt klar, welchen Schaden ihre Vorsitzende mit ihrer fatalen Neigung, alles und jeden schlechtzureden, anrichten kann? Für Bad Bevensen insgesamt und für die Wirtschaft in unserer Stadt ohnehin?“, fragt Rolf Behn, Vorsitzender von BBW&T, per Pressemitteilung.

Auch Henning Effe, Sprecher der Werbegemeischaft, kritisiert „proWirtschaft“: „Ich habe ein Problem damit, wenn jemand nur meckert. In den vergangenen Jahren wurde viel für die Zukunft Bad Bevensens getan.“ Die Werbegemeinschaft sehe sich als „lockerer Verband“, der Bevensen „als liebenswerten Ort darstellen möchte, in dem jeder sein Geschäft machen kann“.

Gemeinsame Wege gehen Werbegemeinschaft, Dehoga und BBW&T: Ein Vertreter der Dehoga sitzt beispielsweise im Vorstand der Werbegemeischaft und mit BBW&T beteiligt man sich an der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM). Effe: „Die Ziele von Wirtschaft und Tourismus und der Werbegemeinschaft sind ziemlich identisch.“

Petra Braun, Vorsitzende von „proWirtschaft“, sieht den Verein als „schnelle Eingriffstruppe“, die sich dann melde, wenn den Mitgliedern etwas gegen den Strich gehe – wie im Gründungsjahr des Vereins, also 2009, als die Fremdenverkehrsbeiträge erhöht werden sollten. Dass der Verein weder öffentlich zu Versammlungen einlädt noch die Mitglieder nennt, begründet Braun unter anderem mit der Sorge vor „Repressalien“, die Mitglieder, die auch in anderen Vereinen organisiert seien, befürchteten. Das wiederum hält Michael Schwarz, zweiter Vorsitzender des Dehoga-Ortsvereins, für „Blödsinn“, wie er auf Nachfrage erklärt. Etwa 90 Prozent der Dehoga-Mitglieder seien auch in BBW&T vertreten, dessen stellvertretender Vorsitzender Schwarz ist.

„Dehoga und Werbegemeinschaft sind für mich die traditionellen Vertreter der Wirtschaft. Ich persönlich würde alle zu Gesprächen einladen“, kommentiert Bürgermeister Martin Feller die Vereinsvielfalt. Durch die Arbeit in der BBM ergebe sich ein „enger Kontakt“ zwischen Stadt und BBW&T, sagt Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer. Dehoga und Werbegemeinschaft seien auch seit Gründung der BBM Ansprechpartner der Stadt geblieben, da beide in ihren Branchen einen „nennenswerten Anteil“ der Bevenser Wirtschaft vertreten. Kammer schätzt die Transparenz beider Verbünde, die bei „proWirtschaft“ nicht gegeben sei.

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