Saison der „Offenen Gärten“ im Kreis Uelzen endet – auch bei Hoyers in Jastorf

Viele Hingucker im Gartengrün

+
Birgit Hoyer (rechts) führt gerne Gäste durch ihr Gartenparadies in Jastorf und beantwortet Fragen.

ffr Jastorf. „An den Wegen, in den Wiesen / leuchten, wie auf grünen Fliesen, / Bäume bunt und blumenschön. / Sind’s Buketts für sanfte Riesen? / Geh nur weiter. Bleib nicht stehn. “ Diese Zeilen schrieb Erich Kästner (1899-1974) über den Oktober.

Er kannte Birgit Hoyers Gartenparadies in Jastorf nicht – denn dieser Garten verlockt zum Stehenbleiben, zum Schauen, zum Entdecken. Beim letzten Tag der offenen Gärten des Jahres am Wochenende hatten die Besucher Gelegenheit dazu.

Das Gartenreich von Birgit Hoyer ist in verschiedene Räume eingeteilt. Ein Schlafzimmer darf nicht fehlen.

Birgit Hoyer hat ihren Garten mit viel Liebe und Geschick angelegt. An allen Ecken und Kanten gibt es Dinge zu sehen, die von von der Hobbygärtnerin in jahrelanger Sammeltätigkeit in alten Scheunen, auf Trödel- und Flohmärkten, bei Haushaltsauflösungen erstanden wurden – mit dem Ziel, ein Hingucker zu werden in dem 2500 Quadratmeter großen Wohngarten mit Rhododendren, Heide, Gräsern und Bambus.

Die Anlage ist unter Einbeziehung eines Naturteiches und eines Biotops in kuschelige „Gartenzimmer“ unterteilt. Viele gemütliche Sitzecken warten auf ruhebedürftige Besucher, die mitten im Grünen oder in der „Bäcker-Amtsstube“ Kaffee und Kuchen genießen möchten. Doch auch Brezeln gibt es und – passend zur Jahreszeit – Zwiebelkuchen. Dazu schmecken Federweißer oder „richtiger“ Wein.

Zur Orientierung im Garten sind Schilder angebracht.

Am Sonnabend traut sich die Sonne kaum hinter den dichten Wolken hervor, aus denen es hin und wieder nieselt, ja regnet. „Sonntag soll es besser werden“, bleibt Birgit Hoyer optimistisch. Das wäre dann ein schöner Abschluss eines wettermäßig durchwachsenen Sommers. Trotzdem ist sie zufrieden: „Es war ein gute Saison.“ An allen anderen fünf Wochenenden, an denen sie ihren Garten geöffnet habe, seien viele Besucher gekommen. Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter ebenso wie junge Leute, die Anregungen suchten für die Gestaltung des eigenen Gartens, aber auch „Seh-Leute“, die einen Gartenrundgang mit Kaffee und Kuchen beenden wollten.

Wie Anne und Philippa aus Hamburg, die an diesem Sonnabend ihre Männer und Kinder zum Fußballgucken vor dem Fernseher zurückgelassen haben, um in Jastorf einzukehren. Auch sie äußern sich bewundernd über die vielen kleine Dinge am Rande – das Regal aus einem an Ketten hängenden Balken, den Gully-Deckel, den Fußabtreter, die vielen mit Sinnsprüchen beschriebenen Dachpfannen…

Birgit Hoyer ist nicht bange vor der jetzt folgenden Zeit – es gibt genug zu tun. Da müssen die Holzteile abgeschliffen und neu lackiert werden, gilt es, den Garten winterfest zu machen. Das alles zusätzlich zu ihrem „Nebenberuf“ in der Bäckerei ihres Mannes. Leidenschaft kann auch Arbeit machen.

Kommentare