Verweilen in neuen Dimensionen

So sollen die neue Pergola und der erweiterte Teich aussehen.

Bad Bevensen - Von Ines Bräutigam. Eine Pergola für fast 700 000 Euro? Bei dieser Vorstellung konnte sich so mancher ein verständnisloses Kopfschütteln nicht verkneifen. Doch weder handelt es sich um eine schlichte Pergola, die im Bad Bevenser Kurpark entstehen soll, noch wird allein hierfür eine so große Summe ausgegeben. Vielmehr handelt es sich bei der Pergola um eine zentrale Holzkonstruktion, die mit ihren geschwungenen Formen Herzstück eines neuen Aufenthaltsbereiches sein wird, der den gesamten Kurpark, vor allem aber den nördlichen Bereich, aufwertet.

Die geschwungene und in sich gedrehte 80 Meter lange Holz-Pergola wird eingebettet in ein Gesamtprojekt, in dem auch der vorhandene Kurparkteich erweitert und mit einer ansprechend gestalteten Uferlandschaft bereichert wird, neue Terrassen, Holzdecks und Sitznischen mit fest installierten Holzliegen und -sesseln entstehen und neue Bepflanzungen und Wege angelegt werden. Eine zweite, kleinere Pergola entsteht am westlichen Ufer des Teiches. „Hier wird eine völlig neue Aufenthaltsqualität entstehen“, fasst Bad Bevensens Bauamtsleiter Roland Klewwe zusammen. 678 000 Euro kostet dieses Gesamtkonzept, das zu 75 Prozent mit EU-Geldern gefördert wird.

Eingebettet ist diese Gesamtmaßnahme, mit deren Bau Ende Juni nächsten Jahres begonnen werden soll, in eine Großplanung, die zwei weitere Bereiche betrifft: So wird ebenfalls im kommenden Jahr das Lichtkonzept des Kurparks neu gestaltet. So werden nicht nur die Lampen ausgetauscht, sondern die neuen auch komplett neu angeordnet, sodass einzelne Bereiche, einzelne Bäume des Parks atmosphärisch angestrahlt werden. Die Kruschendammbrücke und die Göhrdebrücke werden mit Licht inszeniert, indem das Wasser der Ilmenau in diesem Bereich illuminiert wird. Das neue Lichtkonzept wird mit 430 000 Euro zu Buche schlagen.

Die dritte Maßnahme in diesem Gesamtpaket ist eine so genannte Sonnenfalle. Rund um dieses Gebäude aus Glas, das in Sichtweite der neuen Teichuferlandschaft samt Pergola entstehen soll, werden sich weitere Sitzplätze gruppieren. Kulisse für diese Aufenthaltsbereiche wird eine Wärme speichernde Mauer sein. In dem Gebäude selbst werden ein Wandbrunnen und ein Wasserbecken für Erfrischung sorgen. Kostenpunkt dieser Attraktion: 950 000 Euro. Baubeginn soll 2012 sein.

„Für diese drei Maßnahmen liegen bereits alle Bewilligungsbescheide vor“, so Roland Klewwe, die 75-prozentigen Zuschüsse für dieses insgesamt mehr als 2 Millionen Euro schwere Maßnahmenpaket sind also sicher.

Doch damit nicht genug: In unmittelbarer Nachbarschaft zu diesen Attraktionen ist mit weiteren Baustellen zu rechnen. Denn im Gespräch ist auch eine Erweiterung des jetzigen Saunagartens der Jod-Sole-Therme. „Wir werden uns da, was die Abläufe betrifft, mit der Kurgesellschaft abstimmen“, kündigt Klewwe an. Und wenn der ganz große Coup gelingen sollte, könnte eine weitere Großbaustelle gleich nebenan hinzu kommen: Wie berichtet, läuft zurzeit ein Architektenwettbewerb für einen Neubau des Bevenser Kurhauses. Bis zum Freitag dieser Woche müssen die Entwürfe der ausgewählten Planungsbüros abgegeben sein, am 9. November wird eine Jury über die Preisträger entscheiden. Und sollte es tatsächlich zu einem Kurhaus-Neubau kommen, müsste der ebenfalls 2012 umgesetzt werden – wegen des Ablaufs der Förderfristen.

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