Verwaltungsausschuss Bad Bevensens entscheidet sich gegen mobiles Internet-Netz

„Heiße Punkte“ müssen warten

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Das mobile Internet, wo immer man es in Bad Bevensen will – das bleibt für die Kurstadt zunächst Zukunftsmusik. Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat sich gegen ein „Hot Spot“-Netz ausgesprochen.

wb Bad Bevensen. Im Kurpark sitzen und kurz über das Internet den Wetterbericht abfragen, weiter flanieren und in der Innenstadt die Speisekarte des Lieblingsrestaurants per W-Lan durchforsten – das wird für Besucher der Kurstadt Bad Bevensen vorerst noch Zukunftsmusik sein.

Denn der Verwaltungsausschuss der Stadt, der grundsätzlich nicht öffentlich tagt, hat sich während seiner vergangenen Sitzung gegen die Einrichtung von einem Hot-Spot-Netz in Bad Bevensen ausgesprochen – aus Kostengründen, wie Bürgermeister Martin Feller und Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer informieren.

18 000 Euro hätte die Modernisierung gekostet, die die Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) über ihren Aufsichtsrat per Antrag ins Gespräch gebracht hat. „Grundsätzlich sind wir davon überzeugt, dass das die Zukunft sein wird. Aber bei unserer Haushaltslage gab es für das Angebot einfach keine Mehrheit“, erklärt Feller und betont zugleich, dass er und Verwaltungschef Kammer sich für das Angebot ausgesprochen hatten.

Die Vision der BBM: Über ein Netzwerk sollten sich Gäste der Stadt an vielen Punkten in Bad Bevensen über das gleiche Kennwort einwählen können, über das sie in ihrem Hotel ins Internet kommen. „Das ist einfach der Trend. Man kann vielleicht sagen, dass wir in Bevensen jetzt noch nicht hauptsächlich das entsprechende Klientel haben – aber das wäre eine zukunftsträchtige Investition gewesen“, kommentiert Kammer, der zugleich Aufsichtsratschef der BBM ist, die Entscheidung des Verwaltungsausschusses. Die Diskussion über die Breitbandversorgung im Landkreis Uelzen habe unter anderem gezeigt, welchen Stellenwert das Internet inzwischen in der Berufswelt aber auch im Privatleben jedes Einzelnen einnimmt.

Eine Diskrepanz zwischen dem ständigen Informationsstrom, den eine Hot-Spot-Lösung ermöglichen würde, und dem gesundheitstouristischen Angebot der Kurstadt, bei dem vor allem die Schwerpunkte „Slow tourism“, also beispielsweise Entschleunigung, und Naturerleben im Mittelpunkt stehen sollen, sehen weder Verwaltungschef noch Bürgermeister: „Wir müssen als Gesellschaft einfach lernen, mit der ständigen Information umzugehen. Ich denke, das Internet als Informationsquelle steht der Entschleunigung überhaupt nicht entgegen“, erläutert Martin Feller.

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