Neue Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf: Mitarbeiter wechseln Büroräume / Bürgerservice im Fokus

Verwaltung packt die Koffer

Kisten packen ist in der Verwaltung Ebstorf angesagt. Anfang Oktober rollen die ersten Umzugswagen. Foto: Ph. Schulze

Bevensen/Ebstorf. Die ersten Kisten sind gepackt und die Sackkarre steht bereit – Aufbruchstimmung herrscht im Ebstorfer Rathaus.

Denn mit der Fusion der beiden Samtgemeinden Altes Amt Ebstorf und Bevensen zur neuen Kommune Bevensen-Ebstorf verändert sich nicht nur der Name der Verwaltung, sondern auch ihre Gliederung. Drei Ämter werden künftig in Bevensen sein, in Ebstorf werden Bürgerservice und Kämmerei vorgehalten. Eine Außenstelle mit Bürgerservice wird zusätzlich in Wriedel eingerichtet.

„Wir werden oft gefragt, wo die Bürger nach der Fusion ihre Verwaltungsleistungen abrufen können“, beschreibt Ebstorfs Samtgemeindebürgermeister Torsten Wendt Unsicherheit, die gerade in den kleineren Mitgliedsgemeinden Wellen schlägt. Fest steht inzwischen: Hauptamt, Bauamt und Ordnungsamt werden künftig im Ämterzentrum in Bad Bevensen unterkommen, die Finanzen der neuen Samtgemeinde hingegen werden in Ebstorf verwaltet.

Das heißt jedoch nicht, dass Fragen zum Baurecht künftig nur durch einen Besuch in der Kurstadt geklärt werden können. Mehr denn je, sieht sich die Verwaltung als Dienstleister: „Es können Termine außerhalb der Öffnungszeiten gemacht werden“, erklärt Bevensens erster Samtgemeinderat Hans-Jürgen Kammer. Beratung ist also keine Einbahnstraße: Die Fachleute kommen auch zu Menschen. Hierfür wird beispielsweise im Ebstorfer Rathaus extra ein Gesprächsraum vorgehalten. Zudem werden an allen drei Standorten Bürgerservice-Büros eingerichtet: Meldeangelegenheiten oder Fragen zu Steuerangelegenheiten werden die Bürger hier los.

Das Standesamt wird komplett nach Bevensen wechseln – Trauungen im Melzinger Arboretum und dem Alten Rauchhaus in Ebstorf sind aber weiterhin möglich. Nur die Anmeldung muss in Bad Bevensen erfolgen. Kammer: „Das sind schöne Möglichkeiten. Mit Ähnlichem können wir in Bevensen nicht dienen.“ Paare, die in der Kurstadt heiraten wollen, müssen mit einem Trauzimmer vorlieb nehmen – das jedoch nach dem Umbau des Ämterzentrums in neuem Glanz erstrahlen wird. Diese Änderung im Standesamt ist jedoch kein Resultat der Fusion, wie Kammer betont. Die Samtgemeinden kooperieren in diesem Bereich schon lange – die Zusammenlegung ist ein weiterer Schritt der interkommunalen Zusammenarbeit.

Zehn Bevenser Verwaltungsfachleute wechseln nach Ebstorf und vier der Ebstorfer Kollegen nach Bad Bevensen. Der Außenstandort Wriedel wird weiter durch eine Mitarbeiterin besetzt. Eine weitere Änderung – jedoch finanzieller Art – betrifft die anderen Bürgerbüros der Mitgliedsgemeinden des Bereiches der alten Samtgemeinde Ebstorf. Die Bezahlung der Mitarbeiter in Schwienau, Natendorf und Hanstedt I wurde bisher über die Samtgemeinde abgewickelt. Diese Kosten müssen die Gemeinden nun aus ihrem Säckel zahlen. „In der Samtgemeinde Bevensen wird das getrennt abgerechnet, in Ebstorf läuft da bisher einiges noch gemischt. Das wird nun geändert“, erklärt Torsten Wendt. Und sein Bevenser Kollege Hans-Jürgen Kammer pflichtet ihm bei: „Die Gemeinden bestehen darauf, eigenständig zu sein, dann müssen sie auch die Kosten für die Mitarbeiter tragen.“

Rund 200 Mitarbeiter werden die neue Samtgemeinde mit ihren 26 000 Einwohnern verwalten. Der Hauptsitz der Verwaltung wird im Bad Bevenser Ämterzentrum sein. Rund 570 000 Euro kostet der Umbau des Ämterzentrums in der Lindenstraße, um „optimale Arbeitsbedingungen“ für alle zu schaffen (die AZ berichtete). Denn die Mitarbeiter des Ebstorfer Ordnungs- und des Bauamtes wechseln in die Kurstadt.

Um Ebstorfs Verwaltungssitz fit für die künftigen Aufgaben sowie die Kisten der zehn Mitarbeiter aus Bevensen zu machen, die ins Rathaus des Klosterfleckens ziehen, sind weniger Umbauten notwendig. Für 50 000 Euro wird die Kabelage für eine moderne EDV erneuert und das Bürgerservice-Büro durch eine Trennwand geteilt. „Das Bürgerbüro wird so verkleinert und von der Kasse getrennt. So wird die Diskretion gewahrt“, erklärt Torsten Wendt. Alle anderen Räume bleiben wie sie sind, auch in Sachen Mobiliar wird kein Geld in die Hand genommen.

Von Wiebke Brütt

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