Verspätungen bis in die Nacht

Acht Stunden dauerten die Reparaturarbeiten auf der ICE-Strecke bei Medingen – auch ein ICE (auf dem Gleis links) war durch die Äste beschädigt worden.

Bad Bevensen - Von Thomas Mitzlaff. Sturmböen haben in der Nacht zu Sonnabend in vielen Teilen Deutschlands zu erheblichen Behinderungen des Bahnverkehrs geführt – und eine der massivsten Beeinträchtigungen gab es auf der ICE-Strecke Hamburg-Hannover bei Bad Bevensen: In Medingen stürzte ein großer Baum auf die Oberleitung der Schnellstrecke – acht Stunden lang dauerten die Reparaturarbeiten, 63 Züge waren zum Teil erheblich verspätet, ein Großteil von ihnen musste umgeleitet werden. Fahrgäste zwischen Uelzen und Lüneburg mussten auf Busse umsteigen, viele von ihnen kamen erst Stunden später an ihr Ziel.

Nach Angaben der Bundespolizei war ein Güterzug auf dem Gleis Richtung Hannover um 21.50 Uhr in die auf der Oberleitung liegende Baumkrone gefahren. Die Lok schleuderte die Äste auf das Gegengleis gegen einen entgegenkommenden ICE. Bei diesem wurde der Triebwagen beschädigt.

Nachdem der Strom abgestellt war, konnten 27 Einsatzkräfte der Feuerwehren Bad Bevensen und Medingen auf die Waggons des Güterzuges klettern und die Äste aus der Oberleitung holen. Die nachfolgenden Reparaturarbeiten gestalteten sich für die Bahn kompliziert: Zunächst musste aus Lehrte eine Diesellok angefordert werden, die den Güterzug von der Unfallstelle wegschleppen konnte. Eigens aus Neumünster rollte ein spezieller Werktstattwagen an. Der leicht beschädigte ICE konnte seine Fahrt aus eigener Kraft in Richtung Hamburg fortsetzen. Stundenlang war die wichtige Nord-Süd-Achse der Bahn voll gesperrt, Fernzüge wurden über Rotenburg/Wümme umgeleitet. Dabei sammelten die betroffenen 63 Züge rund 5000 Verspätungsminuten an. In der Nacht wurde dann zunächst ein Gleis wieder freigegeben, um 5.50 Uhr am Sonntagfrüh konnte die Strecke Hamburg-Hannover dann wieder ohne Einschränkungen befahren werden.

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