UWG bringt Bad Bevensen ins Spiel

Uelzener Kreishaus in der Bevenser Kurstadt?

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Gedankenspiel: Warum nicht das Gelände der Hamburgischen Klinik bebauen?

Uelzen/Landkreis. Am Zeitplan soll nicht mehr gerüttelt werden, auch wenn noch reichlich Gesprächsbedarf besteht: In 50 Tagen, am 14. Juni, will der Kreistag darüber abstimmen, wo künftig der Sitz der Kreisverwaltung sein soll.

Unisono erklären die Gruppen und Fraktionen, dass es dann Zeit sei, die Entscheidung zutreffen. Einem neuen Kreistag wollen sie die Aufgabe nicht überlassen. Das alte Kreishaus ist marode, eine Sanierung erscheint nicht mehr sinnvoll (AZ berichtete).

So viel Einigkeit bei der Frage herrscht, wann ein Beschluss fallen soll, so viele unterschiedliche Meinungen gibt es noch zu bevorzugten Standorten. Und mitten in der Diskussion zu erarbeiteten Varianten mischt sich derweil eine neue Erwägung aus den Reihen der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG). Sie hält auch einen Neubau eines Kreishauses in Bad Bevensen für eine denkbare Option. „Die Stadt entwickelt sich, ist im Aufwind“, sagt Uwe Beecken, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der UWG im Kreistag.

Für die Wählergemeinschaft kommt ausschließlich ein Neubau auf einem Areal in Frage, das den Landkreis nichts kostet. Damit sollen die Investitionskosten gemindert werden. Die UWG will entweder einen kostenneutralen Flächentausch oder den Neubau des Kreishauses auf kreiseigenem Gelände – so fällt der Blick auf das Gelände des früheren Hamburgischen Krankenhauses am Elbe-Seitenkanal, das im Kreisbesitz ist.

Alle bisherigen betrachteten Standorte befinden sich in der Kreisstadt Uelzen. Einem internen Papier der Kreisverwaltung zu Folge sind denkbare Plätze für ein Kreishaus an der Stadthalle, der Hammsteinplatz oder am ehemaligen St.-Viti-Krankenhaus. Bei der Abwägung von Vor- und Nachteilen kommt das ehemalige Kieselgurwerk an der Ecke Eschemannstraße/Albrecht-Thaer-Straße auf Platz 1. Aber immer wieder ins Spiel gebracht wird auch eine Option, die in dem Papier der Kreisverwaltung gar nicht erst vorkommt: der in Teilen stillgelegte Telekom-Sitz. Andreas Dobslaw, Sprecher der SPD-Fraktion im Kreistag: „Die Nutzung des Telekomgebäudes hätte sicher eine Mehrheit im Kreistag.“ Es ist für 4,1 Millionen Euro zu kaufen, muss aber umgebaut werden. In der Politik werden für einen Neubau eines Kreishauses Beträge zwischen 29 und 50 Millionen Euro genannt.

Von Norman Reuter

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