Ehemaliger Intermarché in Bad Bevensen wird abgerissen / Landkreis denkt über neue Nutzung nach

Standort für eine neue Sporthalle?

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Der größte Teil des ehemaligen Intermarché-Markts in Bad Bevensen ist bereits abgerissen worden. Der Landkreis hält an dieser Stelle den Neubau einer Sporthalle für die Kooperative Gesamtschule für denkbar. Entschieden ist allerdings noch nichts.

Bad Bevensen. Mit lautem Krachen bohrt sich der Greifer des Baggers in das Dach, Holz splittert, Metall reißt. Der ehemalige Intermarché-Markt im Gewerbegebiet Kurze Bülten in Bad Bevensen wird derzeit dem Erdboden gleich gemacht.

Baggerfahrer Frank Gödecke leistet dort seit etwa einer Woche ganze Arbeit – ein Drittel des Gebäudes hat er inzwischen abgerissen.

Wie berichtet, hatte der Landkreis Uelzen im vergangenen Jahr das bis dato leer stehende Objekt gekauft, um es als Erstunterkunft für Flüchtlinge herzurichten. Doch Menschen waren in das Gebäude nie eingezogen – nach einem Einbruch, bei dem auch Feuer gelegt worden war, und dem plötzlichen Abebben der großen Flüchtlingswelle wurde das ehemalige Marktgebäude nicht mehr benötigt. Jetzt hat der Landkreis ganz andere Ideen für die Liegenschaft: „An dieser Stelle wäre ein möglicher alternativer Standort für eine neue Sporthalle der KGS“, formuliert Landkreis-Sprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage vorsichtig. Entschieden, schon gar nicht politisch, sei das nämlich noch nicht.

Fakt ist jedoch: Die jetzige KGS-Sporthalle muss und soll, wie berichtet, alsbald abgerissen werden. Sie ist alt, baufällig und sanierungstechnisch ein hoffnungsloser Fall. „Sie wird wohl eine der Sporthallen im Landkreis sein, die als erstes erneuert werden“, erläutert der Landkreis-Sprecher dazu. Denkbar wäre ein Ersatz für sie nun auf dem Gelände des einstigen Intermarché-Markts, dessen Abriss voraussichtlich zwischen 50 000 und 60 000 Euro kosten wird.

Ein kleines bisschen gehört das Areal ohnehin schon zur Fritz-Reuter-Schule: „Lehrer der KGS nutzen bereits seit einiger Zeit den dortigen Parkplatz“, berichtet Martin Theine. Die rund 100 Stellflächen sind nur einen Katzensprung entfernt von der Schule und können über den Fritz-Reuter-Weg zu Fuß gut erreicht werden.

Frank Gödecke wird noch eine Weile mit dem Abriss des Gebäudes beschäftigt sein. Was so brachial aussieht, erfordert von dem Baggerfahrer durchaus Fingerspitzengefühl: Sein 38-Tonnen-Gefährt dirigiert er nur mit einigen Hebeln, steuert die Baggergreifer und -schaufeln ganz genau, muss exakt hinsehen, wo er ansetzt. „Das Abrissmaterial muss nämlich noch sortiert und getrennt entsorgt werden“, erklärt Gödecke. Metall, Kupfer, Neonleuchtröhren, Kunststoff und Leitungen werden sorgfältig auf verschiedene Container verteilt.

Wenn das Gebäude verschwunden ist, sagt der Baggerfahrer aus Leidenschaft, werde er mit Erdarbeiten beginnen. „Dann geht es an die Bodenplatte, das wird noch interessant“, glaubt Gödecke, „denn die ist 40 Zentimeter dick. Üblich sind 20 Zentimeter.“

Mitte übernächster Woche wird er voraussichtlich fertig sein mit dem Intermarché-Markt und dann irgendwo in Norddeutschland das nächste Abrissprojekt in Angriff nehmen. „Häuser kaputt machen“ nennt der Baggerfahrer das augenzwinkernd. „Man muss es mögen“, weiß er, dass sein Job nicht jedermanns Sache ist. „Aber ich lebe dafür.“

Von Ines Bräutigam

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