Norddeutsche Kammerakademie Lüneburg präsentierte selbst erarbeitetes Werk in Bad Bevensen

Spritzige Zeitenwende

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Ein Leckerbissen nicht nur für Freunde klassischer Musik: Das Konzert der Norddeutschen Kammerakademie Lüneburg im Kurhaus in Bad Bevensen.

nk Bad Bevensen. Das Herz von Freunden klassischer Musik konnte am Sonnabend bei einem ganz besonderen Kammerkonzert der Lüneburger Symphoniker höher schlagen.

Applaus: Dirigent, Musikdirektor und Komponist Thomas Dorsch (rechts) und Sopranistin Heidrun Blase.

Musik vom Barockzeitalter über die Frühklassik und die Wiener Klassik bis in die Romantik hinein spielte das Orchester der Norddeutschen Kammerakademie Lüneburg unter dem Dirigenten und Komponisten Thomas Dorsch. Ein musikalischer Genuss. Das mit den Symphonikern erarbeitete Meisterkonzert Nummer 1 zeigte, wie spritzig Klassik klingt, vom Ballast der Aufführungspraxis wie vor 200 Jahren kritisch befreit. Der Tenor des Konzerts „Zeitenwende“ war treffend gewählt.

Das Meisterkonzert der Lüneburger Symphoniker, mit dem die Norddeutsche Kammerakademie Lüneburg erstmals in Bad Bevensen gastierte, begeisterte das Publikum. Dadurch, dass der hintere Teil des großen Kurhaussaals abgetrennt war, war der Klang akustisch wunderbar, fast als ob es in einem kleinen intimen Rahmen stattfand.

Prof. Gerrit Zitterbart spielte auf einem Hammerklavier.

Auf die Zeitenreise zu den Komponisten Mozart, Beethoven und den Bach-Söhnen nahm Rudolf Krieger vom NDR in einer hervorragenden Moderation das Publikum mit vielen geschichtlichen Details zu den Musikstücken mit. Mit der Ouvertüre zu Mozarts „Der Schauspieldirektor“ begann der Abend mit einer Rarität, denn die wird sonst wegen seiner Kürze nicht aufgeführt. Mit Hingabe und Ausdruckskraft sang die Sopranistin Heidrun Blase die Arie „Ebben si vada“, die Johann Christian Bach dereinst für einen Kastraten geschrieben hat. Die Solo-Oboe spielte Andreas Bollwinkel.

Mozart, der viele Klavierkonzerte geschrieben und eines seiner Meisterwerke für sich komponiert hat, wurde auf einem Hammerklavier grandios von Professor Gerrit Zitterbart gespielt. Eine ganz andere Klang-Transparenz als bei einem Flügel tat sich auf.

Ein weiterer Höhepunkt war Mozarts Konzertarie aus Mitridate „Lungi da te, mio ebne“ mit obligatem Horn: Ivan Yefimov spielte das Solohorn, und Heidrun Blase sang die Arie. Begeisterter Beifall vom Publikum, Dirigenten und Orchester. Carl Philipp Emanuel Bachs Sinfonie Nr. 3 in F-Dur folgte als krönender Abschluss Beethovens Sinfonie Nr. 2 in D-Dur. „Es hat mir Freude gemacht, in ihren Gesichtern die Freude über das Meisterkonzert zu sehen“, sagte Krieger zum Publikum.

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