Dieses Jahr werden letzte Kurpark-Maßnahmen umgesetzt

Die Sonne in der Falle

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Geschwungene Holzkonstruktion am Dach, verglaste Fronten, die teilweise beweglich sind – so soll die Sonnenfalle aussehen, die noch in diesem Jahr im Bad Bevenser Kurhaus gebaut wird.

Bad Bevensen. Mit der Pergola samt Uferlandschaft ist der erste Streich erfolgt, der zweite folgt noch in diesem Jahr: Zur Steigerung der Aufenthaltsqualität im Bad Bevenser Kurpark wird dort für rund 980 000 Euro eine so genannte Sonnenfalle samt Außenanlagen gebaut.

Und auch ein neues Wege- und Beleuchtungskonzept soll noch bis zum Jahresende umgesetzt werden. Die Projekte werden zu 75 Prozent aus EU-Mitteln gefördert, die nur noch dieses Jahr abgerufen werden können.

Die aktuellen Pläne für die Sonnenfalle stellten jetzt die Planer der Architektengemeinschaft Hardt + Nagtegaal aus Blüssen in öffentlicher Sitzung des Bauausschusses vor. Das Glasgebäude, durch das sich eine Wärme speichernde Ziegelsteinmauer zieht, soll einerseits die Sicht auf den Saunagarten verdecken, vor allem aber zu jeder Jahreszeit Gelegenheit zum Wärmetanken bieten. In dem rund 60 Quadratmeter großen Raum mit dem gebogenen Dach sollen Sitzgelegenheiten für zehn bis zwölf Leute geschaffen werden.

Ob auch ein Wassertretbecken für Kneippsche Anwendungen dort einen Platz bekommen soll, darüber gingen die Meinungen im Ausschuss auseinander. Während Walter Adamovicz, Vorsitzender des Bevenser Kneipp-Vereins, eine solche Einrichtung hier begrüßen würde, weil damit wetterunabhängiges Wassertreten ermöglicht werden würde, hatten andere Bedenken – einerseits aus Platzgründen, andererseits auch der Wärmesuchenden wegen, die hier Ruhe wollten und kein Geplätscher von Wasser.

Susanne Braun, Planerin der Architektengemeinschaft für die Außenanlagen gab zu bedenken, den eigentlichen Grundgedanken einer Sonnenfalle nicht aus den Augen zu verlieren: das Trockene, Warme, Ruhige zu bieten. Außerdem seien Anlagen mit Wasser immer auch unterhaltungsaufwändig. Sie schlug einen Standort im Außenbereich vor, der mit Holzdecks und Steinmauern, aromatischen Duftkräutern und schwingenden Gräsern angelegt werden soll.

Am Ende einigte man sich auf folgenden Kompromiss: Der Kommunalpolitik soll ein Entwurf mit einer kompakt dimensionierten Wassertretanlage vorgelegt werden.

Das Wegekonzept des Kurparks soll derweil komplett überarbeitet werden. Der aktuelle Plan, den Landschaftsarchitekt Rainer Kahns von der „Werkstatt Lebensraum“ aus Schönwalde vorstellte, sieht eine Hauptpromenade zwischen der Brückenstraße und der Ilmenaubrücke am Kurgarten/Rosenbad vor. Verabschieden will man sich von der derzeitigen wassergebundenen Oberfläche, die ein Betreten der Wege bei Regen zur Schlammschlacht werden lässt. Stattdessen ist eine Pflasterung der Hauptwege mit Klinkern vorgesehen. Untergeordnete Nebenwege sollen zumindest einen gepflasterten Streifen erhalten.

Für die geplante Promenade entlang des Flusses müsste an dem so genannten Karrer, der Teichfläche mit der Fontäne, eine Brücke über die Stelle gebaut werden, die Karrer mit Ilmenau verbindet. Sitzplätze sollen außerdem geschaffen und Blickachsen über weite Wiesenflächen betont werden. Und auch beim Wegekonzept soll der Kneipp-Gedanke – schließlich will Bad Bevensen Kneippkurort werden – verfolgt werden. So ist zwar das Anlegen eines Apotheker-Gartens verworfen worden, dafür aber erwägt man einen Barfußweg.

Mehrheitlich stimmten die Ausschussmitglieder dem Entwurf zu, so dass nun die Arbeiten ausgeschrieben werden können. Baubeginn könnte dann in der zweiten April-Hälfte und Fertigstellung Mitte Juli sein, rechnete Planer Rainer Kahns vor.

Rudolf Meyer, Anlieger des Wiesenweges und damit an der Rückseite auch des Kurparks, bat allerdings eindringlich darum, dass die ausführenden Firmen auch die vorgegebenen Zeiten einhalten mögen. Beim Bau der Pergola, der sich (wie berichtet) zeitlich verzögert hatte, seien die Anlieger unerträglich lange einer Baustellensituation ausgesetzt gewesen, so Meyer. Einen solchen Zustand, zudem mitten in der Saison, wolle man nicht noch einmal haben.

Von Ines Bräutigam

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