Ein Solitär aus Glas und Kupfer

Sieger-Entwurf: Die Fassade des geplanten Kurhauses ist schlicht und klar; der Eingang in Richtung Kurpark und Innenstadt verlegt, so dass ein neuer Platz entsteht.Skizze: Lüderwaldt Architekten, Köln

Bad Bevensen - Von Ines Bräutigam. Es waren 15 Entwürfe, die sich in ihrer Architektur erheblich unterscheiden. 15 Entwürfe, die einen Neubau des Bad Bevenser Kurhauses in verschiedensten Weisen vorschlugen. Der Entwuf des Architekturbüros Lüderwaldt Architekten aus Köln hat das Preisgericht in dem für den Neubau ausgeschrieben Architekten-Wettbewerb dann überzeugt: Der Plan, der ein klares, viereckiges Gebäude mit hohen Glaselementen und einer Kupferfassade vorsieht, wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Zwei weitere Entwürfe wurden je mit einem dritten Preis bedacht. Ein zweiter Preis wurde nicht vergeben, um die ganz klare und einstimmige Entscheidung zu betonen.

„Es gab 13 Entwürfe, die in ihrer Art recht ähnlich waren“, bilanziert Bad Bevensens Bauamtsleiter Roland Klewwe. Zwei weitere hoben sich mit einer besonderen Idee ab: Sie sahen einen Kurhaus-Neubau nicht angedockt an die vorhandene Therme vor, sondern als Solitärgebäude daneben. „Dadurch entstehen verschiedenste Möglichkeiten“, so Klewwe. Einer dieser Entwürfe, der mit dem Siegerpreisgeld von 16000 Euro bedacht wird, kam von dem Architektenbüro aus Köln.

So entsteht durch die voneinander losgelöste Anordnung der Gebäude ein großzügiger Platz zwischen neuem Kurhaus und Thermengebäude. Die Planung der Kölner haben somit einen deutlicher erkennbaren und attraktiveren Eingang zum Thermalbad geschaffen. Vor allem aber bieten sie auf dem entstandenen Platz davor Möglichkeiten für Außengastronomie wie einen Biergarten am Ufer des vorhandenen Kurpark-Teiches, für einen kleinen Kiosk und für Sichtbeziehungen zur Stadt.

Ist das Kurhaus zurzeit noch in Richtung Dahlenburger Straße ausgerichtet, würde sich mit dem Entwurf der Kölner das Gebäude in Richtung Kurpark und Innenstadt ausrichten. Auf dieser Seite würde auch der Eingang des neuen Kurhauses liegen.

Die Entwurfsplanung sieht außerdem – wie es in der europaweiten Ausschreibung des Wettbewerbs erwartet wurde – einen so genannten Campus Kunsthandwerk vor. In diesem ebenfalls schlicht und schnörkellos gestalteten Gebäudewürfel, der zwischen dem neuen Kurhaus und dem großen Parkplatz am Kurpark platziert wurde, könnten Kunsthandwerker in kleinen Werkstätten ihre Arbeiten anfertigen, sich dabei über die Schulter sehen lassen und die Kleinkunst verkaufen. „Es ist noch zu überlegen, ob dieser Campus nur temporär genutzt und beispielsweise im Winter ‘eingemottet’ wird“, gibt Roland Klewwe zu bedenken. Eine weitere Option ist ein Thermen- und Tagungshotel. Diese spielt allerdings nur eine untergeordnete Rolle.

Das Kurhaus selbst zeichnet sich durch eine sachliche und ruhige Architektur aus. Der Entwurf sieht zum Teil Begrünung auf dem Dach, zum Teil auch Solaranlagen vor. In den großen, in drei Bereiche unterteilbaren Saal, flutet das Licht durch eine zweistöckige Glaswand. Auf der anderen Seite des Gebäudes öffnet sich das Kurhausrestaurant in Richtung neu entstandenen Thermen-Vorplatz. „Für die Gastronomie des Kurhauses“, sind sich Klewwe und Erster Samtgemeinderat Hans-Jügen Kammer – beide waren Mitglieder des Preisgerichts – „ist das eine deutliche Verbesserung.“

Der Kurhaus-Neubau darf netto maximal 5,5 Millionen Euro kosten. Dafür erhofft sich die Stadt Bad Bevensen einen Zuschuss der Förderbank des Landes Niedersachsen, der N- Bank, in Höhe von 75 Prozent. Für die Stadt bliebe dann ein Eigenanteil von rund 1,4 Millionen Euro zu tragen.

Alle 15 Entwürfe können ab heute in der Aula des Ämterzentrums an der Lindenstraße eingesehen werden. Interessenten sollten sich dafür vorab im Bauamt anmelden und werden in die Ausstellung begleitet.

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