Sitzen mit dem ganzen Herzen

Die Wunschbank lädt zum Verweilen ein. Wer Platz nimmt, kann darin einsperren, was nicht behaglich ist, und herausholen, was ihn beglückt.

Bad Bevensen - Von Ute Bautsch-Ludolfs. Einige sind bunt, andere eher schlicht, manche von Kinderhänden gestaltet, einige zeigen Notenzeilen, Fotos oder einen Spruch, auf anderen ist etwas zugefügt. Es gibt Sitze, eine hat ein Dach, andere Räder an der Seite, sogar eine Peitsche ist dabei oder auch Kästen, um die AZ hineinzulegen, oder Bohrlöcher, um Wünsche hineinzustecken: Die jetzt aufgestellten 62 Bänke sind wahrlich Unikate mit tollen Ideen und wunderbar anzuschauen. Bei vielen ist schnell ein Bezug zu entdecken, welcher Verein, welches Geschäft, Hotel oder welche Institution wohl künstlerisch dahinter steht. Der Auftakt zur großartigen BankArt in Bad Bevensen ist gelungen.

„Auf die Bänke – fertig – los!“ – Nein, so schwungvoll und sportiv geht es nicht mit der BankArt in Bad Bevensen los. Die Bänke wollen erstmal entdeckt werden in der Stadt, wobei die größte Anzahl natürlich in der Flaniermeile ist. Am Sonnabendnachmittag wurden die selbst gestalteten Bänke aufgestellt und gestern Punkt 14 Uhr wurde die „BankArt 2010“ im Beisein vieler Einheimischer, Gäste und „Bankern“ eröffnet. Der Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH, Uwe Winter, betonte, dass „ es eine solche Aktion in dieser Form noch nicht gegeben hat in Gemeinschaft mit Wirtschaft, Bürgern, BBM für die Gäste und Einheimischen“.

Der stellvertretende Bürgermeister Eckhard Warnecke hob hervor, dass „Ideen geboren werden und wenn sich viele einbringen, kann es auch umgesetzt werden“. Dass die Bänke Stätten der Besinnung und Geborgenheit sein mögen, drückte er als Wunsch aus, „möge jeder seine Bank finden“. Auch die Bundestagsabgeordnete Kerstin Lühmann war vor Ort. Sie beglückwünschte zur Idee, dass diese umgesetzt wird und aus dem Erlös später möglicherweise Hilfsprojekte für die Region werden. „Ich bin fasziniert von der BankArt und habe selber eine durch eine Künstlerin gestalten lassen“, erklärte die Politikerin weiter.

„Insgesamt sind jetzt 62 Bänke fertig“, so Gerhardt Kreutz vom Management. „Die letzte ist hier gerade entstanden, eine Bank als Gästebuch zum Auftakt. Andere 23 sind noch am Malen.“ Es gibt noch „unbehandelte“ Bänke, und vielleicht wird der ein oder andere inspiriert, auch zum Farbtopf, Stift und Lack zu greifen oder eine zu sponsern, damit andere künstlerisch aktiv werden können. Über die nächsten Monate läuft die Aktion ja weiter, bis zum Auktions- und Ausstellungsende im späten Oktober.

Begleitet von flotter Jazzmusik „inspizierten“ viele Bürger die Bevenser Bänke und tauschten sich darüber aus. Demnächst werden Schilder angebracht, wie die einzelnen Bänke betitelt sind, wer sie gestaltet hat und wer sie erworben hat.

Auch wird es in den nächsten Monaten mehrfach Erläuterungen zu ausgewählten Bänken geben, denn hinter den Bildern und Motiven stecken oft tolle Ideen und Geschichten.

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