CDU setzt auf Verwaltungsexperten

Zwei lange und ein strahlendes Gesicht: Uwe Liestmann (Mitte) setzte sich deutlich gegen Eckhard Warnecke (links) und Nils Rosenthal durch. Er tritt nun für die CDU bei der Wahl um den Samtgemeindebürgermeister-Posten von Bevensen-Ebstorf an. Foto: Ph. Schulze

Hohenbünstorf. Überraschend eindeutig fiel am Mittwochabend die Entscheidung über den CDU-Bürgermeisterkandidaten für die neue Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf aus. Mit Uwe Liestmann schicken die Christdemokraten im September einen Verwaltungsfachmann ins Rennen.

Bei der nunmehr zweiten Auflage der CDU-Kandidatensuche setzte sich Liestmann mit 69 von 94 gültigen Stimmen gegen seine beiden Konkurrenten durch – Nils Rosenthal aus Emmendorf erhielt 14 und Eckhard Warnecke aus Bad Bevensen 11 Stimmen. Der 46-jährige Liestmann kann also mit gestärktem Rücken in den Wahlkampf ziehen, hat er doch einen Großteil seiner Parteifreunde hinter sich. „Es ist ein gutes Gefühl mit Mehrheit gewählt zu sein“, sagte der Hanstedter kurz nach der Wahl und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Wenn das im September auch so klappt, bin ich zufrieden.“

Im November war es Joachim Dassinger, der Samtgemeindebürgermeister Dahlenburgs, am selben Ort anders ergangen. Obgleich zuvor von allen sieben Ortsverbandsvorsitzenden als Kandidat für die Samtgemeindebürgermeisterwahl unterstützt, erhielt der Bewerber aus Dahlenburg – der als einziger antrat – in der Mitgliederversammlung nur 37 der möglichen 63 Stimmen. Die Konsequenz des Wahldesasters: Dassinger lehnte nach einem Tag Bedenkzeit die Kandidatur ab (die AZ berichtete).

Beim zweiten Versuch der Christdemokraten war nun nicht nur die Stimmung, sondern auch die Beteiligung besser: Statt einem traten drei Kandidaten an, statt 63 kamen 94 Mitglieder zur Wahl. „Die CDU stellt in beiden Samtgemeinden die meisten Sitze, in Ebstorf sogar die absolute Mehrheit. Die Arbeit fängt nach der Fusion erst an – und wir wollen nicht nur den neuen Samtgemeindebürgermeister stellen, sondern auch die Mehrheit im Rat“, formulierte Martin Oesterley, der die Kandidatensuche für die sieben Ortsverbände koordinierte, gleich zu Beginn der Versammung große Ziele. Ziele, die seiner Meinung nach nur mit einem Kandiaten „aus den eigenen Reihen“ umgesetzt werden können. „Ich hatte den Eindruck, dass wir alle drei gute Karten hatten“, sagte Liestmann, „ich denke aber, dass ich in den Bereichen Verwaltungs- und Personenführung deutlich mehr mitbringe, als die beiden anderen.“ Als Diplomfachwirt und Stabsoffizier verbinde er beide Fähigkeiten. Derzeit arbeitet der Hanstedter im Niedersächsischen Innenministerium. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war in den vergangenen Jahren unter anderem Bildung. Seit mehr als zehn Jahren sitzt er im Rat Hanstedt, ist der Fraktionsvorsitzende der Hanstedter CDU. „Mich beruhigt es, dass alle erkannt haben, dass der Hauptverwaltungsbeamte auch Verwaltungsexpertise braucht. Für die anderen Bereiche hat man den Rat“, machte Liestmann seine Position deutlich. „Zudem wird es eine wichtige Aufgabe sein, beide Samtgemeinden zusammenzuführen.“

Im September wird er gegen Torsten Wendt, den Bürgermeister der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf, und Hans-Jürgen Kammer, Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters Bevensens, antreten. Liestmann: „Ich will die Leistung von Herrn Kammer und Herrn Wendt ja nicht deskreditieren, aber die Situation, die wir haben, ist das Ergebnis der jetzigen Entscheider.“

Von Wiebke Brütt

Kommentare