Steuern für Saunaleistungen steigen:

Schwitzen zum höheren Preis: Waldemar und Salü heben Eintritt an, Bevenser Therme nicht

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Privatkunden schwitzen in der Bevenser Saunalandschaft zum gewohnten Preis. Bei Geschäftspartnern schlägt die Kurgesellschaft die Steuererhöhung auf.

Bad Bevensen/Ebstorf. Die . Temperaturen kratzen an der 30-Grad-Marke – an Saunagänge denken angesichts der aktuellen Hitze wenige.

Dennoch sollten sich Saunaliebhaber das heutige Datum merken, denn ab sofort wird das Schwitzen in vielen Schwimmbädern und Wellnesseinrichtungen teurer. Der Grund: Der ermäßigte Umsatzsteuersatz von sieben Prozent, der bisher für Saunaleistungen galt, läuft zum 1. Juli aus. Ab sofort werden Saunaleistungen mit den gängigen 19 Prozent Mehrwertsteuer verbucht.

Nutzer der Saunalandschaft des Ebstorfer Schwimmbads Waldemar müssen ab heute darum tiefer in die Tasche greifen: Statt bisher zehn Euro zahlen sie für ihren Saunabesuch dienstags bis freitags nun 12 Euro pro Person. Am Wochenende, an Feiertagen und ausgewiesenen „Familientagen“ werden nun 8,50 Euro statt der bisher geltenden 7,50 Euro fällig. Die Preiserhöhungen wurden gegen die Stimme von CDU-Mann Ulf Schmidt vom Ausschuss für öffentliche Einrichtungen der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf öffentlich empfohlen und werden nun von der Verwaltung umgesetzt. „Eine Erhöhung der Schwimmbad-Eintritte ist derzeit nicht geplant“, gibt Bettina Senking, die in der Samtgemeindeverwaltung für die Bäder zuständig ist, Entwarnung.

Der ermäßigte Steuersatz wurde für Saunadienstleistungen in den sechziger Jahren festgelegt – vor dem Hintergrund der Auffassung, dass die Angebote Heilzwecken und damit der Gesundheitsförderung dienen. Das Bundesfinanzministerium hat nun aber entschieden, dass dieser Steuersatz nur noch für Anwendungen und Heilbäder gilt, die zur Behandlung einer Krankheit oder einer Gesundheitsstörung dienen. „Gemäß einer entsprechenden Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses muss eine solche Anwendung als Heilmittel verordnungsfähig sein. Nach dieser Definition dient Saunabaden nicht primär der Gesundheit, sondern nur dem Wohlbefinden“, erläutert die Salztherme Lüneburg (Salü) per Pressemitteilung die Zusammenhänge. Im Salü werden darum Besucher der Saunawelt ebenfalls stärker zur Kasse gebeten.

Anders als in Salü und Waldemar wird das Schwitzen in der Bevenser Jod-Sole-Therme ab heute nicht teurer – zumindest nicht für die Endverbraucher. Das teilt gestern Sabine Neumann-Heinen, Interimsgeschäftsführerin der Kurgesellschaft (KurGmbH) mit. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind keine Preiserhöhungen geplant. Wir versuchen das intern zu lösen“, erklärt sie. Die entstehenden Mehrkosten nehme die KurGmbH zunächst in Kauf. Durch Werbung und Änderungen im Vertrieb hofft Neumann-Heinen mittelfristig gegensteuern zu können. „Im Kostenbereich sehen wir durch die bereits erfolgten Optimierungen und Einsparungen keine weiteren Sparpotenziale, die wir hier gegenrechnen können“, betont sie.

Erst 2014 wurde in der Bevenser Therme ein Saunaaufschlag eingeführt – noch ein Grund für Sabine Neumann-Heinen, jetzt nicht an der Preisschraube für Privatkunden zu drehen. Anders bei den Geschäftspartnern: So wird die Mehrwertsteuererhöhung unter anderem an die Therme-Plus-Hotels weitergegeben.

Von Wiebke Brütt

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