Eigeninitiative an der Kooperativen Gesamtschule Bad Bevensen: Aus Projekt wird wöchentlicher Treffpunkt

Schüler lernen mit Flüchtlingskindern

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Ein Blick auf den Schulhof: Mitten unter den Schülern sind Flüchtlingskinder, die sich wöchentlich mit Maria Kobbeloer, Sophie Knobelsdorf und Hedda Böckmann treffen.

Bad Bevensen. „Flüchtlinge im Landkreis Uelzen“ hieß das Thema, das die zehn Schüler gerne während der Projekttage Anfang Februar an der Fritz-Reuter-Schule bearbeitet haben.

Das war die Wurzel zu einer regelmäßigen Aktivität, die inzwischen im Verborgenen in Bad Bevensen läuft. „Wir wollten dazu keine Plakatwand, Interviews, Power-Point-Präsentation oder sowas einmalig machen, sondern aktiv etwas für einen längeren Zeitraum tun – direkt mit den Menschen“, berichten Maria Kobbeloer, Sophie Knobelsdorf und Hedda Böckmann. „Wir sind eben gerne aktiv!“.

Was sich entwickelt hat, ist sicherlich beispielslos. An der Kooperativen Gesamtschule (KGS) gibt es eine Sprachlernklasse mit Schülern verschiedenster Muttersprachen, die fast noch kein oder kaum Deutsch sprechen.

„Wir nahmen Kontakt auf und luden sie ein, immer montags zwei Stunden und mehr mit ihnen zu verbringen, zu spielen und sonst was zu machen, was nicht gerade Schule ist“, fasst Hedda zusammen.

Und die Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 17 Jahren kamen. Neugierig, eher zögerlich, abwartend aber auch selbstbewusst. Mal wenige, mal viele, bis sich eine Runde von sechs Mädchen und sechs Jungen bildete, die regelmäßig kommen. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht, wie wir mit ihnen in Kontakt kommen, was wir machen können, wo unsere Grenzen sind“, beschreibt Hedda weiter. „Sprachlich bleibt es bei Englisch und Deutsch, denn Indisch, Persisch, Arabisch oder Rumänisch können wir nicht.“

Der elfjährige Tij ist bei dem Gespräch dabei und schmunzelt, scheint doch einiges verstanden zu haben. „Seitens der Schule haben wir keinen Lehrer der dabei ist. Das ist unser Ding.“

Das Dreierteam – anfangs waren noch mehr dabei – spielt mit den Kindern, bastelt großformatige Traumfänger- mit Materialien, die sie selber mitgebracht haben. „Einmal haben wir auch zusammen gekocht“, berichtet Maria Kobbeloer. „Natürlich haben wir bedacht, was die Kinder aus religiösen Gründen vielleicht nicht essen dürfen.“

Ganz unproblematisch ist der Kontakt mit den Flüchtlingskindern nicht – Kommunikationsprobleme sind das eine, unterschiedliche Bedürfnisse das andere, „denn ein munterer Jugendlicher mag anderes als ein zehnjähriges Mädchen. Ernst genommen werden wollen wir ja auch“.

Die Schülerinnen machen ihre eigenen Erfahrungen, haben intensiven Austausch und betonen wie aus einem Mund, dass es ihnen Freude bereitet, mit diesen Kindern Zeit zu verbringen und sie so viel von den Kindern zurückbekommen. Sie wollen weiter machen, auch wenn der Stundenplan im nächsten Schuljahr vielleicht enger wird. Wer mehr wissen will, beratend oder finanziell unterstützen möchte, kann sich an Maria wenden: unter maria@kobbeloer.de per Mail.

Von Ute Bautsch-Ludolfs

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