Bevenser Geschäftsfrau beklagt sich über Verbot von Lieferungen in der Fußgängerzone

Schlusspunkt fürs „i-Tüpfelchen“

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Das „i-Tüpfelchen“ in Bad Bevensen: Der Lieferant, der sich aus organisatorischen Gründen nicht an feste Zeiten halten kann, darf nicht mehr direkt bis vor die Ladentür fahren, wie es ihm gerade passt.

Bad Bevensen. Fast vier Jahre lang ist es gut gegangen, jetzt hat die Stadt Bad Bevensen dem Lieferverkehr zum „i-Tüpfelchen“ in Bad Bevensen einen Riegel vorgeschoben:

Seit einigen Tagen darf der Topfblumen-Lieferant für das kleine Geschäft an der Lüneburger Straße nicht mehr wie bislang in die Fußgängerzone fahren. Zumindest nicht außerhalb der geltenden Lieferverkehrszeiten, die bis morgens um 10 Uhr gelten.

Geschäftsinhaberin Corinna Beister ist aufgebracht. „Die ganze Zeit wurde das geduldet“, sagt sie, „und plötzlich darf der Lieferant jetzt nicht mehr vorfahren. Dabei kommt er nur ein Mal die Woche und das für jeweils zehn Minuten.“ Weil er auch noch andere Geschäfte beliefert, könne man nie genau sagen, zu welcher Uhrzeit er Bad Bevensen ansteuere.

Doch Thomas Fisahn, Leiter des Bevenser Ordnungsamtes, muss sich an die Regeln halten. Man könne nicht für einzelne Geschäfte Ausnahmen ohne sachliche Begründung genehmigen, sagt er, sondern es müsse sich schon jeder an die vorgegebenen Lieferzeiten halten. Die im Übrigen, so Fisahn, auch in anderen kleineren und größeren Städten „absolut üblich“ seien. Warum die Lieferungen vor die Ladentür dann bislang geduldet wurden? Von Duldung könne keine Rede sein, sagt der Ordnungsamtsleiter und mutmaßt: „Dann hat sie bisher vielleicht Glück gehabt“.

Man habe Corinna Beister eine Alternative aufgezeigt, erklärt Thomas Fisahn: Komme der Lkw außerhalb der Lieferzeiten an, könne er die Pastorenstraße anfahren. Die letzten Meter müsste der Lieferant dann ein paar Schritte gehen und die Ware per Rollwagen oder mit anderen Transporthilfen ins Geschäft bringen. Ein Vorschlag, der für Corinna Beister indiskutabel ist. Schließlich sei es die bisherigen dreidreiviertel Jahre ja auch anders gegangen.

Diskussionen über den Lieferverkehr in der Bevenser Fußgängerzone sind für Ordnungsamtsleiter Thomas Fisahn ein regelmäßig wieder kehrendes Thema. „Wir stellen fest, dass sich da immer mal wieder etwas einschleicht“, sagt er, aber um den Erholungs- und Erlebnis-Charakter der Fußgängerzone zu erhalten, müsse man sich eben an feste Zeiten halten; da könne nicht jeder Lkw ganz nach Belieben durchfahren. Helfen gute Worte nichts, müssten dann Bußgelder verhängt werden. „Das wirkt dann eine Weile vor“, weiß Fisahn.

Für Corinna Meisters „i-Tüpfelchen“ indes sind die Tage ohnehin gezählt: Sie hat ihren Mietvertrag gekündigt, der Ausverkauf läuft. Am Standort Bad Bevensen würde sie wohl festhalten wollen und möglicherweise in anderen Räumen ihr Geschäft wieder eröffnen. Im Moment allerdings findet sie, dass man ihr in Bad Bevensen nur Steine in den Weg lege.

Von Ines Bräutigam

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