Antrag zu Bücherei-Öffnungszeit: Bevenser SPD-Vorsitzender kritisiert BfB-Forderung als unseriös

„Reines Schauturnen“

Die Öffnungszeiten der Bibliothek in Bad Bevensen sorgen immer wieder für Diskussionsstoff. Der Vorschlag der BfB ist für den SPD-Vorsitzenden keine Alternative. Foto: Ph. Schulze

Bad Bevensen. „Mit Befremden“ hat die Bevenser SPD zur Kenntnis genommen, dass Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka, Fraktionsvorsitzende der Wählergruppe „Bürger für Bevensen“ (BfB) im Stadtrat, verlangt, die Öffnungszeiten der Samtgemeinde-Bibliothek im Bevenser Griepe-Haus erneut zu verändern (AZ berichtete).

„Die neuen Öffnungszeiten wurden vor gerade mal vier Monaten beschlossen – und zwar für eine Laufzeit von maximal zwei Jahren, damit wir belastbare Daten für die Entscheidung haben, wie wir danach weiter verfahren wollen“, sagt der Bevenser SPD-Ortsvereinsvorsitzende Hermann Kalinowski. „Es ist mir ein Rätsel, auf welche Erkenntnisse sich Frau Hendel-Andabaka stützt, wenn sie jetzt schon behauptet, es müssten wieder neue Öffnungszeiten her.“

Wie berichtet, hatte die BfB-Ratsfrau moniert, dass durch die seit Oktober 2010 geltenden Sonnabendsöffnungszeiten und die damit einhergehende Schließung am Montag eine Verschlechterung des Angebots erreicht worden sei. Sie hatte die Rücknahme dieser Änderung bei Beibehaltung der Sonnabendsöffnung und Bereitstellung zusätzlichen Personals dafür gefordert.

„Natürlich wäre eine Erweiterung der Öffnungszeiten um einige Stunden wünschenswert“, erklärt Hermann Kalinowski. Die Frage sei nur, wie die Samtgemeinde die erforderlichen Personalkosten in Zeiten knapper Kassen finanzieren soll. „Dazu sagt Frau Hendel-Andabaka natürlich wieder mal nichts“, moniert Kalinowski und beklagt, dass die BfB im Wahlkampf ständig vom Sparen geredet habe, jetzt, nach der Wahl, aber mehr Personal und damit höhere Ausgaben fordere. „Das ist unredlich“, findet auch Ellen Laas, im SPD-Ortsverein zuständig für den Bereich „Öffentliche Medien“. „Das gilt umso mehr, als es hier um Steuergeld geht.“

Wenig Verständnis zeigt die SPD auch dafür, dass die BfB ihren Antrag in den Stadtrat einbringen will. Schließlich wisse auch Hendel-Andabaka, dass der Stadtrat nicht zuständig sei und sie sich an den Samtgemeinderat wenden müsse, so Kalinowski und Laas.

„Aber nicht nur, dass Frau Hendel-Andabaka hier wissentlich die Ebenen vermischt. Ebenso stellt sie die von ihr höchstpersönlich selbst aufgestellten Thesen zur Finanzsituation von Bad Bevensen auf den Kopf“, beanstanden die Sozialdemokraten. So habe sie im August vergangenen Jahres unter anderem eine verheerende Finanzsituation der Stadt Bad Bevensen als Anlass für die Gründung der BfB benannt und, wie berichtet, die Einrichtung eines Finanz- und Wirtschaftsausschusses gefordert. Kalinowski: „Und nun die Forderung zu mehr Öffnungszeiten und damit natürlich auch Mehrausgaben, die dann auch noch zu Lasten des Stadthaushaltes gehen sollen. Was sie da jetzt veranstaltet, ist reines Schauturnen. Das hat keine Substanz, und es ist einfach nicht seriös.“

Von Ines Bräutigam

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