BBM will kommendes Jahr in der Kurstadt Bad Bevensen qualmfreie Hotels auszeichnen

Rauchen unerwünscht

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Bad Bevensen. Ein Vorhaben, das geteiltes Echo erhalten dürfte, setzt die Kurstadt Bad Bevensen vom nächsten Jahr an um: Die Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) wird ab 2013 rauchfreie Hotels per Siegel auszeichnen.

Der Grund für die neue Vermarktungsidee: Immer wieder laufen bei BBM-Geschäftsführer Uwe Winter Beschwerden von Gästen auf. „Es können zwar Nichtraucherzimmer gebucht werden. Draußen wird aber dennoch geraucht und zum Teil eben auch auf den Balkonen“, erklärt er. „Dadurch fühlen sich manche Gäste gestört.“ Ein klassischer Fall: Nichtraucher wollten in ihrem Urlaub auf dem Balkon, der zu ihrem Nichtraucherzimmer gehörte, freie Zeit genießen – vergrätzt hatte die Gäste das Betragen der Raucher eine Etage tiefer. Denn die wollten parallel zu den Nichtrauchern ebenfalls gemütliche Stunden draußen verbringen, samt Zigarette. Von einem „Nichtraucher-Balkon“ konnte demzufolge oberhalb der Raucher nicht mehr die Rede sein. „Regelungen gibt es für solche Fälle in den wenigsten Hotels. Auf den Balkonen darf man meistens rauchen – zum Ärger der Nichtraucher“, erklärt Uwe Winter.

Doch nicht nur den reisenden Nichtrauchern zum Gefallen möchte Winter Übernachtungsstätten, in denen die Glimmstengel verboten sind, kenntlich machen. Der BBM-Geschäftsführer wittert in dem neuen Siegel, das es übrigens in der Schweiz bereits gibt, einen Imagegewinn für die Kur stadt Bad Bevensen. Denn die setzt mit Jod-Sole-Therme sowie den Angeboten der Kliniken vor Ort ja ohnehin auf das Thema Gesundheit. Ein Pfund, mit dem man weiter wuchern sollte. Schließlich wachse die Nachfrage nach Wellness- und Gesundheitsangeboten bei den Gästen – ein Trend, den auch der Tourimusverbund Lüneburger Heide Region verstärkt bedienen möchte (die AZ berichtete). Gleichwohl ist sich Winter sicher: Gefallen wird die Idee vom rauchfreien Hotel nicht allen Gastgebern: „Man darf das nicht unterschätzen. Die Geschäftskunden sind ein Riesen-Markt.“ Und von denen würden sich viele gerne mal eine Zigarette anstecken. Zudem sei die Umrüstung der Gasthäuser mit finanziellem Aufwand verbunden. Denn wer sich Nichtraucher-Hotel nennen möchte, muss nicht nur das ganze Außengelände qualmfrei halten. Jedes Zimmer und jeder Balkon müssen zur rauchfreien Zone erklärt und eventuell renoviert werden.

Von Wiebke Brütt

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