Ingrid Cordsen stellt seit 16 Jahren beim Bevenser Töpfermarkt aus – eine kleine Liebeserklärung

Die persönliche Note macht’s

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Darf es etwas Praktisches sein oder lieber ein bisschen Dekoration? Die Vielfalt der 63 Aussteller wird den Besuchern die Wahl auch in diesem Jahr nicht leicht machen.

Bad Bevensen. Bis vor 16 Jahren war Bad Bevensen ein weißer Fleck für sie auf der Landkarte. „Ich hatte noch nie etwas davon gehört“, gibt Ingrid Cordsen freimütig zu. Heute fühlt sich die Kurstadt für sie schon fast wie ein zweites Zuhause an.

Denn die Töpferin aus Husum kommt bereits seit 16 Jahren immer wieder hierher – vom ersten Tag an nämlich ist sie Ausstellerin beim Bad Bevenser Töpfermarkt, der an diesem Wochenende zum nunmehr 16. Mal veranstaltet wird.

Ingrid Cordsen und ihr Mann Martin – die beiden Husumer sind bislang auf jedem der Bad Bevenser Töpfermärkte dabei gewesen.

Der Kurpark verwandelt sich dann wieder in eine riesige Ausstellungsfläche für Keramik, Steinguss, Dekoratives und Praktisches in allen nur denkbaren Variationen. Und Ingrid Cordsen wird wieder mittendrin sein. „Wir freuen uns schon“, sagt sie, wäscht sich schnell die Hände und unterbricht für das AZ-Gespräch kurz die Arbeit in ihrer Töpferwerkstatt. Schließlich muss noch jede Menge fertig werden bis zum Töpfermarkt. „Es ist mittlerweile wie ein Nach-Hause-Kommen“, sagt Cordsen. Und das liege nicht nur an der wunderschönen Kulisse des Kurparks, sondern an der gesamten Ausrichtung der Veranstaltung, die „sehr harmonisch und professionell“ sei.

Sie stelle auf vielen Märkten aus und habe daher Vergleichsmöglichkeiten, verrät die Töpferin. Und kein Markt sei wie der in Bad Bevensen. „Das liegt vor allem an der persönlichen Note von Frau Rehse und ihrem Team. Man merkt, dass der Markt mit Herz und persönlichem Engagement organisiert ist“, bringt die Töpferin es auf den Punkt. „Bad Bevensen gehört für uns auf jeden Fall zum Highlight des Jahres. Auch, weil wir dort so gut aufgenommen werden.“

Von Anfang an liegt die Organisation in den Händen von Birgit Rehse von der Bad Bevensen Marketing GmbH. Der Töpfermarkt ist ihre Idee, ihr „Baby“. „Angefangen haben wir vor 16 Jahren mit 31 Ständen“, erinnert sie sich. In diesem Jahr haben sich mit 63 Töpfern mehr als doppelt so viele Aussteller angemeldet.

Dass die Mischung der Anbieter stimmt, dafür sorgt Birgit Rehse ebenfalls. Und das gelingt jedes Jahr aufs Neue, findet Ingrid Cordsen, die vor allem Vasen, Pflanzgefäße, Brunnen oder auch Feuerstellen töpfert, deren Formen zu fließen scheinen. „Es ist die Vielfalt der Werkstätten, die den Markt ausmacht“, sagt sie. Die verschiedenen Interpretationen der Kollegen seien jedes Jahr auch wieder eine Bereicherung für sie selbst.

Ein unvergessliches Erlebnis sei für Ingrid Cordsen der sechste Töpfermarkt mit dem „Spiel der Elemente“ gewesen. Feenhafte Wesen bevölkerten damals zu sphärischen Klängen den Kurpark. „Alle Stände waren nur mit Kerzenlicht erleuchtet“, erinnert sich die Husumerin, „das war eine wirklich märchenhafte Stimmung!“

Neben der hohen Qualität der Aussteller gebe es aber auch noch eine andere Konstante: das Abenteuer Wetter nämlich. „Wir haben da im Kurpark schon heftigste Stürme erlebt, viel Regen, sogar mal eine Windhose“, schmunzelt Ingrid Cordsen. Und auch Birgit Rehse merkt trocken an: „Eigentlich hat es fast immer am Sonntag gegen 17 Uhr angefangen zu regnen...“

In diesem Jahr beginnt der 16. Bad Bevenser Töpfermarkt morgen, Sonnabend, um 11 Uhr im Kurpark. Geöffnet sind die Stände bis 18 Uhr. Am Sonntag sind Besucher ab 10.30 willkommen, bis um 17.30 Uhr der Markt seine Tore schließt – vielleicht ja mal bei Sonnenschein...

Von Ines Bräutigam

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