Abriss an der Bad Bevenser Pastorenstraße / Platz für Mietwohnungen

Pastorenhaus muss weichen

+
In der Pastorenstraße rückten die Bagger an: Bis heute abend soll das ehemalige Pastorenhaus abgerissen werden. An seiner Stelle werden Mietwohnungen entstehen.

Bad Bevensen. An der Pastorenstraße sind schwere Maschinen angerückt. Der Grund: Das ehemalige Pastorenhaus wird abgerissen. Auf dem Grundstück im Herzen der Bad Bevenser Innenstadt sollen neue Mietwohnungen entstehen.

Ewald Kalinowsky investiert in altersgerechte, barrierefreie Wohnungen. In zwei Häusern werden insgesamt 16 Wohneinheiten in den Größen zwischen 66 und 85 Quadratmeter mit Terrassen, Balkonen und Tiefgarage gebaut. Bereits bis heute abend soll der Abriss vollzogen sein. Im Spätsommer 2014 sollen dann schon die ersten Mieter in die Häuser an der Pastorenstraße 6 einziehen können.

Vergangenes Jahr hatte die Kirchengemeinde Bad Bevensen das Gebäude aus den 50er Jahren zum Verkauf angeboten. Kalinowsky hatte das höchste Gebot abgegeben und dann den Zuschlag erhalten. „Uns wurde von der Landeskirche ja empfohlen, das ehemalige Pastorenhaus zu verkaufen. Früher hat darin der Pastor für die Landgemeinden gewohnt“, erklärt Harald Börs, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands auf AZ-Nachfrage. Das Geld, das die Kirchengemeinde durch den Verkauf eingenommen hat – ein sechsstelliger Betrag – wurde bereits wieder investiert.

Die um das Jahr 1600 entstandene Alte Superintendentur in direkter Nähe zur Ilmenau wurde aufwendig saniert – ein Teil der insgesamt 400 000 Euro, die in das älteste noch stehende Gebäude der Kurstadt flossen, stammen aus dem Verkauf des ehemaligen Pastorenhauses. Früher hatte der Superintendent dort sein Domizil. Heute lebt Pastor Hermann-Georg Meyer im Obergeschoss der Alten Superintendentur. Im Erdgeschoss ist Raum für die Kirchengemeinde entstanden. „Die Kirchengemeinde hat sich schweren Herzens für den Verkauf des ehemaligen Pastorenhauses entschieden. Aber wir wollten eben auch die Alte Superintendentur und damit das historisch wertvollere Gebäude sanieren“, sagt Börs.

Und noch eine positive Meldung für Historiker: Der Gedenkstein für den Komponisten und Bad Bevenser Pastors Justus Wilhelm Lyrer, der bisher im Vorgarten der Pastorenstraße 6 stand, wird wieder aufgestellt werden. Lyrer hatte das Lied „Der Mai ist gekommen“ komponiert.

Kommentare