Bad Bevensen: Stadtrat entscheidet mit knapper Mehrheit

Parken nur noch mit Ticket

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Bad Bevensen. Pendler müssen künftig auf beiden Parkplätzen am Bad Bevenser Bahnhof zahlen – so entschied Donnerstagabend der Rat der Kurstadt.

Knapp, aber dennoch mehrheitlich mit elf Ja-Stimmen der Gruppe aus SPD, WBB und Grünen gegen neun Neinstimmen (CDU, BfB und dem frakionslosen Dieter Müller) entschieden sie, das viel diskutierte Parkraumbewirtschaftungskonzept, das auf Basis eines Gutachtens der Planungsgemeinschaft Verkehr (PGV) erstellt wurde, umzusetzen.

Der Stadt soll es jährlich Mehreinnahmen in Höhe von 109 000 Euro bescheren. In diesem Jahr kalkuliert die Stadt mit rund 40 000 Euro mehr im Stadtsäckel – immerhin wird das Konzept erst im Sommer in Kraft treten können, wenn es auch durch die Samtgemeinde abgesegnet wurde.

Für Autofahrer bedeutet die Ratsentscheidung folgendes: Nahezu alle Parkplätze in der Innenstadt werden kostenpflichtig und der Plausch beim Brötchenkauf muss etwas schneller abgewickelt werden. Denn die so genannte „Brötchentaste“ erlaubt nicht mehr 30-minütiges kostenfreies Parken, sondern nur noch 15 Minuten ohne Ticket.

Während die Gruppe aus SPD, WBB (Wählergemeinschaft Bad Bevensen) und Grünen angesichts der Gebühren (siehe Kasten) von einer „moderaten Anhebung“ und keiner „Abzocke“ sprachen, fanden CDU, BfB (Bürger für Bad Bevensen) und Dieter Müller gleich mehrere „Knackpunkte“. Im Vorfeld hatte die CDU beantragt, die Pendler-Parkplätze zum Teil kostenfrei zu lassen, aber für die Mitarbeiterparkplätze am neuen Rathaus Tickets zu fordern – der Gerechtigkeit wegen.

Eine Überlegung, die auch Dieter Müller unterstützte. „Das Parkraumbewirtschaftskonzept steht im Widerspruch zu unseren bisherigen Standpunkten. Wir sind doch alle der Meinung, dass mehr Verkehr auf die Schiene verlagert werden soll“, betonte Jürgen Schliekau (CDU). Dieses Ziel könne nicht durch zusätzliche Kosten für Pendler erreicht werden. Zudem würden durch die Ausstellung der Anwohnerparkplätze – die wiederum notwendig werden, damit sich das Parkvolumen nicht von den kostenpflichtigen Plätzen in die Nebenstraßen verlagert – zusätzliche Verwaltungskosten entstehen.

Susanne-Brigitte Hendel-Andabaka (BfB) stellte das Konzept insgesamt in Frage. Bad Bevensen verliere durch die Parkgebühren eher an Attraktivität. Auf diesen Vorschlag hin erinnerte Dr. Johann Henrich Vietor jedoch vehement an den Zukunftsvertrag: denn darin verplichtet sich die Stadt Bad Bevensen, durch die Parkraumbewirtschaftung 100 000 Euro mehr im Jahr einzunehmen (die Allgemeine Zeitung berichtete). Vietor: „Wenn wir ernst genommen werden wollen und Vertrauen schaffen wollen, dann dürfen wir den Vertrag nicht brechen.“

Von Wiebke Brütt

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