Insolvente Bad Bevenser GmbH nicht zu retten / Neue Gesellschaft gegründet

Neuland schließt die Pforten

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Zum Jahresende ist hier Schluss: Der insolvent gewordene Neuland-Standort in Bad Bevensen wird trotz aller Rettungsversuche für immer seine Tore schließen.

Bad Bevensen. Die Neuland GmbH in Bad Bevensen wird zum Jahresende ihren Geschäftsbetrieb schließen. Anfang Juli hatte die Produktvermarktungsgesellschaft, wie berichtet, einen Insolvenzantrag gestellt.

„Seither liefen die Verhandlungen, das Unternehmen im Ganzen oder zumindest im Kern zu erhalten“, informiert Insolvenzverwalter Johannes Zimmermann. Doch zu retten war nichts mehr. „Bei näherer Betrachtung des Unternehmens lehnten zahlreiche mögliche Investoren immer wieder ab“, berichtet der Uelzener Rechtsanwalt.

Zuletzt hätten zwei Konzepte vorgelegen. Eines verwarf der Insolvenzverwalter, nachdem ein anonymer Investor trotz verbindlicher Zusage keinen Finanzierungsnachweis erbringen konnte. „Auch hatte sich der Neuland-Verein als Lizenzgeber mit Nachdruck gegen die Schlüsselfigur des Konzepts gestellt“, so Zimmermann. Nach AZ-Informationen soll es sich dabei um den ehemaligen Bevenser Neuland-Geschäftsführer handeln, der im vergangenen Jahr nach Betrugsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Verkauf falsch deklarierten Hähnchenfleischs entlassen worden war (AZ berichtete).

Das zweite Konzept habe keine Weiterführung des Unternehmens vorgesehen, so Zimmermann. Gesellschafter und Lieferanten hätten eine „Artgemäß GmbH & Co. KG“ gegründet, die als Wettbewerber der Neuland GmbH zu betrachten gewesen wäre. Als Geschäftsführer beteiligt sind an dieser neuen Gesellschaft der letzte Aufsichtsratsvorsitzende der insolventen Neuland GmbH, Bastian Erhardt, sowie der Vorsitzende des bundesweiten Neuland-Vereins Martin Schulz.

Im Hinblick auf all die Rahmenbedingungen hat Johannes Zimmermann dann also entschieden, „die alte Neuland GmbH vom Markt zu nehmen und den Weg frei zu machen für eine neue Neuland-Vertriebs-Gesellschaft“, sagt er. Die „Artgemäß GmbH & Co. KG“ wird ab 4. Januar den Landwirten ihre Dienste anbieten, die ihre Tiere nach Neuland-Richtlinien halten, und Neuland-Fleisch an die Händler liefern.

Geschäftsführer Bastian Ehrhardt kündigt gestern auf AZ-Nachfrage an, dass das neue Unternehmen seinen Sitz in Gifhorn haben werde. Den Standort in Bad Bevensen gebe man komplett auf. Von der Schließung betroffen sind 21 Mitarbeiter.

Lesen Sie am Dienstag einen weiteren Artikel dazu im E-Paper und in der Printausgabe der AZ.

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