Insolvenzverwalter hält Schließung des Bad Bevenser Betriebs für möglich

Neuland vor dem Aus?

+
Am 9. Dezember entscheiden die Gläubiger im Rahmen des Insolvenzverfahrens, wie es mit dem Bevenser Neuland-Standort weitergehen soll.

Bad Bevensen. Die Zukunft der Neuland GmbH Produktvermarktung in Bad Bevensen ist ungewisser denn je: Nachdem im Juli, wie berichtet, das Insolvenzverfahren über die Firma eröffnet worden war, sollen am 9. Dezember die Gläubiger in einer Versammlung darüber entscheiden, wie es weitergehen soll.

Und Insolvenzverwalter Johannes Zimmermann, Rechtsanwalt in Uelzen, kann auch eine Schließung des Betriebs zum Jahresende nicht mehr ausschließen, sagt er gestern auf AZ-Nachfrage.

Er wolle zunächst die Versammlung am 9. Dezember abwarten, hält sich Zimmermann mit Details zum Verfahren zurück. „Erst ab dann kann man Aussagen treffen.“ Nur soviel: Es gebe unterschiedliche Gruppierungen, die unterschiedliche Interessen vertreten würden. 113 Gesellschafter seien da unter einen Hut zu bekommen. Das mache das Verfahren nicht unbedingt leichter. Er, Zimmermann, habe daher potenzielle Interessenten dazu aufgefordert, bis zum 7. Dezember Farbe zu bekennen, ob sie den Bevenser Neuland-Betrieb übernehmen wollen. „Ein schriftliches Konzept liegt mir bereits vor“, informiert Johannes Zimmermann. Ob es zustimmungswürdig sei, darüber müssten die Gläubiger am 9. Dezember entscheiden. Möglich auch, dass noch weitere Übernahmekonzepte eingereicht werden.

Deutlich ist, dass Neuland stark das Interesse der zuliefernden Landwirte eingebüßt habe, nachdem vergangenes Jahr öffentlich geworden war, dass über den Bad Bevenser Standort konventionell produziertes Geflügelfleisch unter dem Neuland-Siegel auf den Markt gelangt war (AZ berichtete). Zahlreiche Landwirte haben ihre Lieferverträge gekündigt, vor allem Schweinemäster. So komme nach Angaben des Aufsichtsratsvorsitzenden der Bevenser Neuland GmbH, Bastian Ehrhardt lediglich noch etwas mehr als die Hälfte des Umsatzes zusammen, der für einen Fortbestand des Unternehmens erforderlich wäre.

Von Ines Bräutigam

Mehr zu dem Thema steht heute in der gedruckten sowie auch in der digitalen Ausgabe.

Kommentare