Altes Postgebäude in Bad Bevensen wird zur Tagespflege umgebaut

Neues Leben im alten Denkmal

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Auf der Rückseite des Gebäudes gibt es einen Freisitz, den Hinrich Christophers, Denise Wadlinger und Jens Richter (von links) schon mal in Augenschein nehmen.

Bad Bevensen. Die kleine Telefonkabine bleibt erst einmal so, wie sie ist. Und auch der schwere Tresor wird nicht angetastet. Mit Bedacht und Respekt vor der Geschichte des Hauses lässt Jens Richter derzeit die ehemalige Post in Bad Bevensen umbauen.

2013 hatte er das denkmalgeschützte Gebäude gekauft, mehrere Jahre stand das Objekt leer. Nun soll neues Leben dort einziehen: Am 17. Oktober wird im Erdgeschoss der alten Post eine Tagespflege für Senioren eröffnen.

Pflegedienstleiterin Denise Wadlinger in der ehemaligen Postschalterhalle, die Empfangsraum der neuen Tagespflege wird.

Bauherr Jens Richter hat sich dafür mit dem Hamburger Hinrich Christophers von der Fachberatung für Senioren- und Pflegewirtschaft „Herzog & Collegen“ zusammengetan, die die Bad Bevenser Einrichtung betreiben wird. Als Pflegedienstleiterin wird die Lüneburgerin Denise Wadlinger die neue Tagespflege unter ihre Fittiche nehmen.

Der Raum hinter der einstigen Schalterhalle der alten Post wird ihr neuer Wirkungsbereich sein. Von hier aus wird sie gemeinsam mit etwa einer Handvoll weiterer Mitarbeiter das Geschehen auf den rund 400 Quadratmetern Erdgeschossfläche organisieren. „Wir werden 20 Plätze für Tagespflege schaffen“, kündigt Hinrich Christophers beim Rundgang über die Baustelle an.

Wer möchte, wird von zu Hause abgeholt und auch wieder nach Hause gebracht. Es wird in der künftigen „Tagespflege Alte Post“ Mittagessen geben, Ausflüge zum Bad Bevenser Wochenmarkt, gemeinsames Kochen und Backen, entspanntes Beisammensein und angeregtes Miteinander – das alles zwischen 8 und 16 Uhr.

„Bislang führte die Tagespflege eher ein Nischen-Dasein“, sagt Hinrich Christophers. Mit dem Pflegestärkungsgesetz II jedoch, das ab kommendem Jahr greift, werde es für die Tagespflege erstmals die gleichen Budgets wie für die ambulante Pflege geben. Aus bislang drei Pflegestufen würden fünf sogenannte Pflegegrade. „Damit wird auch der Begriff der Pflegebedürftigkeit erweitert“, erklärt Christophers.

Im Erdgeschoss des ehemaligen Postamts entsteht eine Begegnungsstätte für pflegebedürftige Senioren.

In der alten Post, deren Räume mit den hohen Decken hell, aber behaglich umgebaut werden, soll den neuen Möglichkeiten Rechnung getragen werden. „Für jeden wird es einen Lesesessel geben, außerdem werden wir alte Möbel aufstellen, die der Häuslichkeit nachempfunden sind“, erklärt Hinrich Christophers. Das Wohlgefühl der Gäste ist auch das Anliegen von Denise Wadlinger. „Es geht hier darum, etwas gegen die Vereinsamung zu tun“, sagt sie und weiß: „Es bilden sich häufig Freundschaften unter den Senioren.“ Obendrein würden mit der Tagespflege auch Angehörige entlastet, die sich zu Hause um die älteren Herrschaften kümmern.

Von Ines Bräutigam

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