Veranstalter in Lauerstellung / Lokale Vereine hoffen auf Lösung

Neues Kurhaus: SPD-Fraktion beantragt Senkung der Saalmieten

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Das neue Kurhaus in Bad Bevensen.

Bad Bevensen. Die Bauarbeiten sind so gut wie abgeschlossen, die große Eröffnungsfeier ist mit vielen Gästen über die Bühne gegangen – im neuen Kurhaus von Bad Bevensen hat der ganz normale Betrieb begonnen.

Hatte eine gute Tradition: der Seniorentanz der AWO im alten Kurhaus.

Damit auch künftig lokale Vereine daran teilhaben können, will die SPD-Fraktion im Bad Bevenser Stadtrat für sei eine höhere Vergünstigung herausschlagen als bislang von der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) als Betreiberin des Kurhauses vorgesehen. Wie berichtet, gewährt die BBM lokalen Akteuren 20 Prozent Ermäßigung auf die Saal- beziehungsweise Foyer-Mieten. Die SPD beantragt nun einen Rabatt: Akteure sollen nur 25 Prozent der regulären Miete zahlen müssen.

„Zielrichtung ist eine Möglichkeit der Vereine, sich im Kurhaus Mieten überhaupt leisten zu können“, erläutert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Andreas Bersiel gegenüber der AZ. „Wir wissen, dass gerade in den Vereinen die verschiedensten Bürger unserer Stadt von Kindesbeinen an vertreten sind und dort eine wichtige, gute soziale Arbeit in den verschiedenen Alterssparten stattfindet.“ Diese Arbeit wolle man mit dem Antrag, der in der nächsten Sitzung des nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschusses der Stadt beraten wird, fördern.

Zu den Adventsfeiern des Sozialverbands war im Kurhaus stets volles Haus.

Das Thema Saalmieten wird im Ortsverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zurzeit groß diskutiert, sagt die Vorsitzende Birgitt Sörnsen auf AZ-Nachfrage. „Zurzeit treffen wir uns im kirchlichen Gemeindesaal“, erklärt sie, „aber bei vielen Versammlungen sind wir mehr als 100 Leute – da wird es dann eng, weil im Gemeindesaal bei 80 Personen Schluss ist.“ Einen Raum im Kurhaus, der groß genug wäre, könne sich die AWO nicht erlauben. „Wir erhalten ja keine öffentlichen Zuschüsse und finanzieren uns nur durch die Einnahmen aus unseren Basar“, gibt Sörnsen zu bedenken. Man werde daher erstmal im Gemeindehaus blieben, sagt sie. „Aber ich hoffe sehr, dass es vielleicht doch noch eine Lösung gibt, damit auch wir das Kurhaus nutzen können. Schließlich machen wir ja auch etwas für die Menschen...“

Die Hobbykünstlerausstellungen im Kurhaus waren stets Besuchermagneten.

Auch Elsbeth Baumann von der Freizeitkünstlerinitiative Ostkreis, die regelmäßig eine große Hobbykunstausstellung im alten Kurhaus veranstaltet hat, winkt ab: „Die Saalmiete können wir nicht aufbringen.“ Wenn sich daran nicht noch etwas ändern würde, sehe es mit den Ausstellungen nicht gut aus. „Ich würde gern im Kurhaus bleiben“, betont sie, aber zu den jetzigen Konditionen gehe das nicht. Die nächste Hobbykünstlerausstellung finde daher noch am 10. und 11. September im Zelt im Park statt.

Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge wünscht sich die Rückkehr ins Kurhaus.

Während sich diese Alternative offensichtlich bewährt hat, war die Kreisjägerschaft mit einem anderen Ausweichstandort nicht so glücklich: Im vergangenen Jahr sei man mit der traditionellen Trophäenschau samt Jagdhornkonzert in die Uelzener Jabelmannhalle gezogen, sagt Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge, „aber für unsere Veranstaltung sind die Räume dort nicht geeignet“. In diesem Jahr habe man das Event dann ganz ausfallen lassen. „Es ist aber geplant, wieder ins Kurhaus zu gehen, weil man da schön präsentieren kann und auch durch die Kurgäste ein großes Publikum erreicht“, sagt er. „Aber es muss natürlich bezahlbar sein.“ Die nächste Schau wäre im März 2017. „Aber es ist noch nicht entschieden, wo sie stattfindet“, so Hellbrüge.

Von Ines Bräutigam

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