Entwurf für Bevenser Restaurant: Solitär zwischen Kurhaus und Therme geplant

Schönheit vor Nutzen?

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Ein schlichtes Design mit großen Fensterfronten und einer Terrasse zum Wasser, das den Bad Bevensern als „Teich der tanzenden Mädchen“ bekannt ist – so könnte das neue Restaurant zwischen dem Kurhaus und der Therme aussehen.

Bad Bevensen. Ein Solitärbau mit Flachdach, ohne direkte Verbindung zum neuen Kurhaus oder zur Jod-Sole-Therme – das ist die Restaurantvariante, die städtebaulich am meisten Sinn macht.

So lautet das Ergebnis einer Studie, die die Stadt Bad Bevensen für 12 000 Euro bei dem Architekturbüro Storch-Ehlers und Partner in Auftrag gegeben hat, und mit der die Stadtverwaltung nun auf Investoren- und Betreibersuche gehen möchte.

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„Mit der Studie wird eine Art Auslobungsverfahren gestartet“, erklärte Bevensen-Ebstorfs Bauamtschef Roland Klewwe am Montagabend in der öffentlichen Bauausschusssitzung vor teils irritierten Politikern und Zuschauern. Denn das Restaurant, das sich die Stadt für den extra frei gelassenen Raum zwischen dem neuen Kurhaus, das bis Frühjahr 2016 an der Dahlenburger Straße entstehen soll, und der Jod-Sole-Therme wünscht, sollte vor allem einen Zweck haben: Das neue Kurhaus gastronomisch versorgen. Dieses wurde aus finanziellen Gründen von der Stadtpolitik nämlich ohne eigenen Restaurantbetrieb geplant – ein Manko, das entweder durch ein privat gebautes und betriebenes Restaurant oder durch ein Thermenhotel in direkter Nachbarschaft des neuen Kurhauses aufgefangen werden sollte, so der Plan der Stadt.

Im Mai diesen Jahres schrieb AZ-Redakteurin Wiebke Brütt die Kolumne "Von Woche zu Woche" zur Situation in Bad Bevensen. Hier geht es zum Artikel.

Da die Investorensuche für ein Thermenhotel, das zwischen Therme und Kurhaus stehen und mit beiden Gebäuden per Bademantelgang verbunden werden sollte, bisher ins Leere lief, forciert die Stadt nun Plan B – die Verwirklichung des Restaurants. Dass ein möglicher Betreiber bei dem vorgelegten Entwurf jede Speise von einem Gebäude ins andere tragen müsste, weil keine Verbindung zwischen Restaurant und Kurhaus vorgesehen ist, hielt jedoch nicht nur Eckhard Warnecke (CDU) für nicht praktikabel: „Das Restaurant soll das Kurhaus versorgen. Was muss also im Vordergrund stehen: Städtebauliches oder die Praktikabilität?, fragte er kritisch. Bauamtsleiter Klewwe hingegen verteidigte den Entwurf, betonte aber, dass er nicht verbindlich sei, sondern nur die Attraktivität und Möglichkeiten des Geländes aufzeigen solle.

Von Wiebke Brütt

Einen weiteren Artikel zum Bad Bevensener Kurhaus lesen Sie am Mittwoch im E-Paper und in der Printausgabe der AZ.

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Abriss des Bad Bevensener Kurhauses

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