Investor hat jetzt ein Jahr Zeit, Pläne für die zentral gelegene Bevenser Freifläche zu entwickeln

Neuer Interessent für Wiese

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Die Stadt Bad Bevensen hat klare Vorstellungen von der Bebauung der Benecke-Wiese: eine hofartige Bebauung mit Obstbäumen. Jetzt hat sich ein interessierter Investor gefunden.

Bad Bevensen. Neue Chance für eine Bebauung der sogenannten Benecke-Wiese mitten im Bevenser Stadtkern.

Ein neuer Investor hat sich gemeldet und bekommt nun ein Jahr, bis zum 30. September 2017, Zeit, seine Pläne für die 10 000 Quadratmeter große Freifläche in Absprache mit dem Bauamt zu entwickeln und auf Wirtschaftlichkeit abzuklopfen. Das hat jüngst der Verwaltungsausschuss der Kurstadt entschieden, teilt der stellvertretende Stadtdirektor Thomas Fisahn auf AZ-Nachfrage mit. Die Vorstellungen des Investors seien „vielversprechend“, mehr sagt Fisahn nicht.

Das Wiesengelände zwischen Fußgängerzone, Rosenbad und Kurpark ist an sich eine begehrte Immobilie. Investoren könnten dort, an der Straße Im Hagen, aufgrund der zentralen Lage mit hohen Mieten oder Kaufpreisen für Eigentumswohnungen rechnen. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Die Kurstadt knüpft den Verkauf des stadteigenen Filetstücks an hohe Auflagen und will 200 Euro pro Quadratmeter einnehmen – macht 2 Millionen Euro. Die Käufer müssen sich in einem Ausschreibungsverfahren quasi bewerben. Und die Stadt hat Zeit: „Wir stehen nicht unter dem Zwang, das Grundstück zu veräußern“, betont Fisahn.

Was potenzielle Investoren abschreckte, waren die klaren Gestaltungsvorgaben der Stadt. Demnach sollen auf der Wiese barrierefreie Wohneinheiten entstehen, die von ihrer Anordnung her an historische Hofstellen erinnern. Aufgelockert werden sollen sie von Obstbäumen vor den unterschiedlich großen Gebäuden. Zudem sollen die Wohnungen mit regenerativen Energien versorgt werden. Mitten hindurch verläuft nach der Planung ein zentraler Weg.

Die Kombination aus Preis und anspruchsvollen Vorgaben hat die meisten Investoren bislang abgeschreckt. Bauamtsleiter Roland Klewwe hatte im vorigen Jahr vorgeschlagen, den Unternehmern entgegenzukommen und auf einen zuvor verworfenen Entwurf zurückzugreifen. Dieser sah moderne, würfelförmige Häuser vor, die durch ein Wegenetz mit blattartiger Struktur verbunden werden.

Das hatten die Mitglieder des Bauausschusses abgelehnt und auf dem Hof-Konzept bestanden. „Wir haben doch keinen Zeitdruck, warten wir noch etwas“, hatte Gabriele Meyer von der Wählergemeinschaft Bad Bevensen (WBB) erklärt. „Das ist unser Sahnestück, unser Tafelsilber.“

Von Gerhard Sternitzke

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