Bad Bevensen: FDP diskutiert Schließung, höhere Jahresgebühren und Personal-Kürzungen

Neue Strukturen fürs Griepe-Haus

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Struktur und Ausstattung der Bibliothek im Bad Bevenser Griepe-Haus stehen für die Bevenser FDP zur Debatte: Derzeit wird die Einrichtung von Diplom-Bibliothekarin Ina Heuer geleitet.

Bad Bevensen. Die FDP Bevensen bringt die Schließung der Bibliothek im Griepe-Haus ins Gespräch – zwar als letzte, aber dennoch als eine Möglichkeit, den Samtgemeindehaushalt Bevensen-Ebstorfs in den Griff zu bekommen.

Die Lesegewohnheiten der Menschen und die Anforderungen an eine Bibliothek hätten sich geändert, die großen Schulen hielten eigene Büchereien vor und die kleineren Grundschulen würden über den Bücherbus versorgt. „Wir halten es für sehr schwer darstellbar, dass der Steuerzahler mit einem jährlichen Betrag von 220 000 Euro nur 1590 Leser subventioniert!“, stellt Léonard Hyfing, Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes, mit Hinweis auf die Bibliotheks-Statistik 2013 eine Verbindung her, die nach Erläuterungen vom ersten Samtgemeinderat Thomas Fisahn jedoch hinkt. Denn im Haushaltsplan 2013 der Samtgemeinde sind zwar 220 000 Euro Zuschüsse für das Griepe-Haus kalkuliert, diese beinhalten jedoch auch Kosten für dessen Außenstelle in der Waldschule (etwa 25 000 Euro) sowie den Mitgliedsbeitrag der Samtgemeinde für den Bücherbus (6000 Euro), der unter anderem die kleineren Grundschulen der Mitgliedsgemeinden anfährt, erklärt Fisahn auf AZ-Nachfrage.

Unabhängig von diesen Zahlen wurden Ausstattung und Zuschuss für Ausleihstätten der Samtgemeinde – das Bevenser Griepe-Haus und die Ebstorfer Rathaus-Bücherei – in den vergangenen Jahren kontrovers diskutiert. Während Politik und Verwaltung angesichts klammer Kassen mit Sorge auf hohe Zuschüsse schauen, klagen die Einrichtungsleitungen über ein zu schmales Budget, das den Erhalt der Attraktivität erschwere – eine Einschätzung, die ihnen auch von Dachverbänden bestätigt wird (die AZ berichtete).

Die FDP-Politiker, die mit einem Sitz im Samtgemeinderat sitzen, schrecken neben der Schließung des Griepe-Hauses auch vor Änderungen bei Personalstruktur, Medienangebot und Nutzungsgebühr nicht zurück. So könnte die Bibliothek in eine Bücherei umgewandelt werden, um das Honorar der Diplom-Bibliothekarin zu sparen. „Gerade in Anbetracht der minimalen Anzahl von Kurgästen, die die Bibliothek nutzen – 164 Personen im Jahr 2013 – ist jede Argumentation, dass eine Kurstadt zwingend eine Bibliothek braucht, hinfällig“, macht Hyfing einen Sparvorschlag, der laut Fisahn nicht kurzfristig, sondern nur perspektivisch zur Debatte stehen könne: „Und dann muss man die Qualitätsdebatte führen.“

Den Zuschussanteil in großem Stil über erhöhte Jahresbeiträge auszugleichen – die FDP schlägt eine Gebührensteigerung von derzeit zehn Euro auf jährlich 100 Euro für erwachsene, also Nutzer ab 16 Jahren, vor – bewertet Fisahn kritisch. „Annähernd kostendeckende Gebühren wird man nie hinbekommen. Bei massiven Erhöhungen würde man die Nutzer eher in den Buchhandel treiben“, sagt er. Für 2014 seien beispielsweise 14 500 Euro Einnahmen über die Jahresbeiträge eingeplant.

Von Wiebke Brütt

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