Bad Bevenser Politik möchte Gespräch mit Bürgerinitiativen führen

Alpha-E-Variante: Neue Resolution in der Warteschleife

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Die Alpha-E-Variante soll kommen.

Bad Bevensen. Die Bad Bevenser Politik geht in die Sommerpause, ohne über eine Aufhebung ihrer Resolution zu den Alternativen der sogenannten Y-Trasse entschieden zu haben.

Der Grund: Regionale Bürgerinitiativen (BIs), unter anderem „Pro Lebensraum Eimke-Wriedel“, wollen mit den Bevensern ins Gespräch kommen – ein Angebot, das die Politik gern wahrnehmen möchte.

Wie berichtet, hatte sich die Stadt Bad Bevensen in besagter Resolution noch gegen den Bau von Schienen-Neubautrassen ausgesprochen, um die Hinterlandanbindung zum Hamburger Hafen zu verbessern. Mit der Entscheidung des „Dialogforums Schiene Nord“ allerdings, das den Bau eines dritten Gleises durch die Kurstadt mit sich bringen würde, schrillten bei der Politik die Alarmglocken: Eine solche Entwicklung würde Bad Bevensen als Kurort massiv beeinträchtigen.

Dennoch: Ein Gesprächsangebot der BIs wolle man wahrnehmen, sagt CDU-Fraktionschef Jürgen Schliekau. Der Verwaltungsausschuss hat daher eine Entscheidung zur Resolution nochmals vertagt. „Vielleicht gibt das Gespräch Erkenntnisse, die für uns noch neu sind“, so Schliekau. „Ich gehe aber nicht davon aus, dass wir unseren Kurs ändern.“ Die CDU werde wohl weiter die Aufhebung der Resolution verfolgen. Ebenso wie die BfB-Fraktion ist die CDU-Fraktion, wie berichtet, der Bürgerinitiative AGADE 21 gegen den Bau des dritten Gleises beigetreten.

Ellen Laas, Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtrat, begrüßt das Gesprächsangebot der BIs ebenfalls. „Hier können wir erfahren, wie die BIs das alles sehen“, meint sie und verspricht sich am Ende Aufschlüsse darüber, wie die Stadt Einfluss nehmen kann auf weitere Entscheidungen. Denn eines sei klar: „Ein drittes oder gar viertes Gleis wünscht sich in Bad Bevensen niemand.“

Da die Stadtratsgruppe von WBB und Grünen bislang keinen Kontakt zu einer Bürgerinitiative aufgenommen habe, wolle man einen Austausch gern wahrnehmen, sagt auch Gruppenvorsitzende Gabriele Meyer (WBB). Zwar habe Hans-Jürgen Kammer als Stadtdirektor und Samtgemeindebürgermeister die Bevenser Interessen im Dialogforum vertreten, nun gehe es aber darum, „uns insgesamt mehr einzuklinken“, sagt sie.

Im Projektbeirat, der die Umsetzung der Entscheidung aus dem Dialogforum begleitet, sei die Stadt Bad Bevensen nicht vertreten. Mit den Bürgerinitiativen könne man nun jedoch Kontakt zu jenen aufnehmen, „die sich intensiv mit der Thematik befassen“. Schließlich müsse auch die Stadt Bad Bevensen „mit ihren speziellen Interessen in den Planungen stärker vertreten sein“.

Bei BfB-Fraktionschefin Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka halten sich die Erwartungen an so ein Gespräch derzeit in Grenzen. „Gedanken- und Meinungsaustausch ist immer gut“, betont sie, „aber diese BIs haben eine ganz andere Stoßrichtung als wir – sie befürworten die Alpha-E-Variante.“ Insofern erwarte sie „kein großes Fortkommen für unsere Position“.

Was sie viel mehr wurme: dass es keine Rückmeldung des Bundes auf die Einwände zum Bundesverkehrswegeplan gegeben habe. In ihm ist, wie berichtet, der Referenten-Entwurf zur Alpha-E-Variante enthalten. Hendel-Andabaka: „Wir haben viele Unterschriften gesammelt und beim Bundesverkehrsministerium eingereicht. Ich habe nun eine Bearbeitungsnummer erhalten. Mehr aber auch nicht.“

Von Ines Bräutigam

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