Innerhalb von einer Woche werden Module an Diana-Klinik aufgestellt

Psychosomatik in Bad Bevensen zieht um: Neue Klinik in „Lego-Bauweise“

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Zentimeterarbeit: Die 13 Tonnen schweren Module werden per Kran an die richtige Position gesteuert.

Bad Bevensen. Legospielen für Erwachsene – so mutet das an, was gerade auf dem Gelände der Diana-Klinik an der Dahlenburger Straße geschieht.

Innerhalb nur einer guten Woche entsteht dort unter den wachsamen Augen von Bauleiter Roland Biber und André Feldin, dem Technischen Leiter der Diana-Klinik, die neue Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie – ein dreistöckiger Neubau in Modulbauweise. Was mit dem sanierungsbedürftigen Klinikgebäude am Lerchenweg geschieht, in dem die Fachbereiche bisher untergebracht sind, ist noch unklar.

André Feldin beschreibt: Die Fassade des zweistöckigen Neubaus wird sich optisch in den Gebäudekomplex einfügen.

Per Schwerlasttransport und unter Polizeibegleitung rollen – ausschließlich nachts – bis Montag mindestens acht der extra für die Diana-Klinik entwickelten Bauteile von der Fertigungshalle in Leipzig in die Kurstadt. Insgesamt werden 41 Module, die jeweils 16,10 Meter mal 3,90 Meter mal 3,50 Meter groß sind, angeliefert. Täglich ab 6 Uhr setzen sich die Lkw, die nach ihrer Nachtfahrt wie Perlen aufgereiht ihren Platz vor der Einfahrt zur Diana-Klinik eingenommen haben, in Bewegung. Nacheinander – jedes Beton-Fertigbauteil kommt per eigenem Transporter – werden die Module auf das Klinikgelände gefahren. Mit Hilfe eines 400-Tonnen-Krans, dessen Ausleger auf bis zu 115 Meter ausgefahren werden kann, schweben die 13 Tonnen schweren Module dann auf ihren Platz an der Ostseite des Diana-Hauptgebäudes. „Die Aufstellung des Krans mussten wir beim Bundesluftfahrtamt genehmigen lassen, damit sichergestellt werden kann, dass keine Hubschrauber mit diesem kollidieren“, berichtet André Feldin.

Die Positionierung der Einzelteile ist echte Maßarbeit. Auf den Zentimeter genau lässt der Kranführer mit Unterstützung seiner Kollegen am Boden – mindestens drei Spezialisten sichern gleichzeitig die korrekte Anlieferung des Bauteils – die Module an den vorgesehenen Platz gleiten. Anders als auf konventionellen Baustellen üblich, greifen die Bauarbeiter dann nicht mehr zum großen Gerät: „Schweißen müssen wir nur noch im Ausnahmefall. Grundsätzlich wird geschraubt – in den kompakten Bauteilen ist ja alles schon drin, sogar die Fenster“, sagt Bauleiter Biber.

Neben der Zeitersparnis, mit der die Modulbauweise bei den Bauherren punkten kann, birgt sie auch einige Vorteile für Patienten und Angestellte. „Im Zuge des Neubaus haben wir alle Strukturen hinterfragt und neu geordnet. Prozesse, Abläufe und Organisationsstrukturen wurden optimiert und neu organisiert“, benennt Heinz-Josef Schüler, stellvertretender Geschäftsführer der Diana-Krankenhausbetriebsgesellschaft mbH, die positiven Auswirkungen für das Team der Diana-Klinik, das auch den Patienten Erleichterungen beschwert. Durch die Zentralisierung sei beispielsweise der Gang zu Küche und Sportbereich für alle kürzer. Schüler: „Und durch die Modulbauweise haben wir so gut wie keine Lärmbelastung.“

Den Praxistest haben die Module bereits hinter sich: Ein Musterbaustein stand einige Tage zur Besichtigung und Kritik auf dem Gelände bereit. Mitarbeiter merkten per Fragebogen Hinweise zu Raumaufteilung und Hygienebedingungen an.

Bereits Ende Dezember soll der Umzug der Psychosomatik vom Lerchenweg an die Dahlenburger Straße beginnen. Insgesamt entstehen für rund 6 Millionen Euro 63 Einzelzimmer, die im Hinblick auf psychosomatische Anforderungen konzipiert sind, aber problemlos zu Pflegezimmern umgerüstet werden können.

Die Dahlenburger Straße wird noch bis einschließlich Dienstag für die Arbeiten zwischen der Auffahrt zum Thermen-Parkplatz und dem Hauptparkplatz der Klinik halbseitig gesperrt.

Von Wiebke Brütt

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