Minister Olaf Lies nimmt Bevensens Stadttdirektor Kammer mit nach Brüssel

Neue Chance für Geothermie in Bad Bevensen

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In 2200 Metern Tiefe unter Bevensen befinden sich 80 bis 85 Grad heiße Quellen, nach denen gebohrt werden könnte.

Bad Bevensen/Hannover. Geld ist nicht vorhanden, aber Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies will die Stadt Bad Bevensen dennoch unterstützen, heißes Wasser aus der Tiefe als Energielieferant zu nutzen.

Da beim Land keine Fördermittel zur Verfügung stehen, will er sich bei der Bundesregierung und der EU für das Projekt stark machen. Konkret nannte er die Investitionsoffensive für Europa (EFSI).

„Wir müssen die Tiefengeothermie weiter voranbringen“, forderte der SPD-Politiker in Hannover in einem Gespräch mit Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer, Bauamtsleiter Roland Klewwe und Diplom-Geologe Prof. Dieter Michalzik, der die Machbarkeitsstudie erstellt hatte. So habe er Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel gebeten, Geothermie-Projekte in Niedersachsen mit Bundesmitteln zu unterstützen. Am 26. Mai will Lies das Bevenser Projekt bei der EU in Brüssel vorstellen. Kammer lud er ein, ihn zu begleiten.

Der Stadtdirektor äußert sich auf AZ-Nachfrage vorsichtig optimistisch: „Natürlich keimt erneut die Hoffnung auf, dem Tiefen-Geothermie-Projekt neues Leben einzuhauchen, nachdem wir es im Dezember schon innerlich abhaken mussten. Auf jeden Fall haben wir mit Wirtschaftsminister Olaf Lies einen wichtigen Fürsprecher und blicken nun gespannt auf den europäischen Wirtschaftsgipfel.“

Eine 270 000 Euro teure Machbarkeitsstudie hatte nachgewiesen, dass es möglich ist, heiße Quellen im Untergrund anzuzapfen. Nahe dem Elbe-Seitenkanal könnten demnach zwei Bohrungen bis in eine Tiefe von 2200 Metern entstehen. Durch eine könnte 80 bis 85 Grad heißes Solewasser gefördert werden, durch die zweite könnte das Wasser zurückfließen.

Etwa acht Millionen Euro Eigenkapital müsste die Stadt aufbringen. Jod-Sole-Therme, Herz- und Gefäßzentrum und Diana-Klinik in Bad Bevensen hatten bereits Interesse bekundet. Kammer: „Die Stadt kann dieses Projekt nur realisieren, wenn wir sicher sein können, dass wir große Wärmeabnehmer wie die Therme oder die Kliniken haben.“

Von Gerhard Sternitzke

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