Halbzeit auf der Baustelle: Einwohner packen bei Sanierung vom Herzstück des Orts kräftig an

Natendorf: Weihnachten im Feuerwehrhaus?

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Halbzeit auf der Baustelle der Feuerwehr Natendorf: Christian Schulz (ganz oben) hofft, dass gegen Ende des Jahres die Einweihung gefeiert werden kann.

Natendorf. Es werde Licht im Feuerwehrhaus Natendorf: Ein Provisorium aus Kabel und Glühbirne wirft seinen schwachen Schein auf die nackten Balken am Boden des Versammlungsraums.

Christian Schulz schmunzelt: Die Lampe, sagt der stellvertretende Ortsbrandmeister, sei für ihn und seine Kameraden das letzte Relikt düsterer Zeiten – als der Fußboden im Dachgeschoss noch kein Kletterparcours, Tageslicht hier aber Mangelware war. „Man konnte von hier oben aus nicht sehen, was im Dorf passiert“, erinnert sich Schulz.

Rund 600 Stunden Arbeit haben die Mitglieder in den vergangenen Monaten in die Sanierung gesteckt.

Das war vor der Sanierung, die die Natendorfer derzeit zum größten Teil in Eigenleistung stemmen. Abend für Abend, oft am Wochenende und manchmal bis um 22 Uhr, arbeiten rund 18 Feuerwehrmänner und -frauen seit April auf der Baustelle im Ortskern, denn: „Es ist uns dann quasi auch noch das Wasser aus der Decke gekommen: Frostschaden. Es ist alles die Treppe heruntergelaufen.“ Und jetzt zur Halbzeit, rund 600 Arbeitsstunden später, wissen die Natendorfer: Es lag noch weit mehr im Argen.

Der Holzbock hatte zugeschlagen, Balken waren verfault, die Isolierung musste komplett erneuert werden. Dazu rechnet Schulz mit rund 25 000 Euro aus der Samtgemeindekasse und 10 000 Euro von der Gemeinde Natendorf.

Dass die Frischzellenkur Wirkung zeigt, ist hinter dem Gerüstbau nicht mehr zu übersehen: Fast das komplette Dach ist neu, links und rechts säumen Fenster das bald 80 Jahre alte Herzstück des Ortes. Was fehlt, ist noch die Außenverkleidung der neuen Gauben. Innen ein anderes Bild: Hier balanciert auch Timo Haustein regelmäßig von Balken zu Balken – im Kampf mit der Isolierung und voraussichtlich schon bald mit Kabeln und Wandfarbe.

Der 27-Jährige ist eines von vier neuen Gesichtern, die seit letztem Jahr zu der Mannschaft zählen. Nach dem Studium in Hamburg kehrte er zurück in sein Heimatdorf. „Und dann überlegt man, was man hier so machen kann“, erklärt er – zufrieden, zum örtlichen Gemeinwohl beizutragen und nette Bekanntschaften gemacht zu haben. Er und Schulz rechnen mit mindestens 600 weiteren freiwilligen Arbeitsstunden bis zur Einweihung. „Wir würden gern unser Weihnachtsfest hier oben feiern“, verrät er. Vielleicht passt dann sogar ein Weihnachtsbaum in den Versammlungsraum.

Von Anna Petersen

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