Morgen wohl letzter Verhandlungstag am Landgericht Lüneburg

Missbrauchsprozess: Urteil gegen 47-jährigen Mann aus Bad Bevensen steht an

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In Bad Bevensen war es schon Stadt-Thema: Ein 47-Jähriger aus dem Kurort muss sich wegen Kindesmissbrauchs in 159 Fällen vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. Morgen fällt voraussichtlich das Urteil.

Bad Bevensen/Lüneburg. Im Prozess gegen einen 47-jährigen Mann aus Bad Bevensen, der sich derzeit, wie berichtet, wegen Kindesmissbrauchs in 159 Fällen vor dem Landgericht in Lüneburg verantworten muss, wird voraussichtlich morgen, Freitag, das Urteil gesprochen.

Das teilt ein Gerichtssprecher auf AZ-Nachfrage mit. Es sei dann mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Nebenklägern sowie einer Entscheidung der 2. großen Jugendkammer zu rechnen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten, wie berichtet, vor, im Zeitraum von Juli 2012 bis Mai 2015 in insgesamt 159 Fällen in Deutsch Evern und Lüneburg sexuelle Handlungen an seiner Tochter, seiner Nichte und weiteren Mädchen vorgenommen zu haben. Die insgesamt zehn Kinder waren zum Zeitpunkt der jeweiligen Taten fünf bis zehn Jahre alt.

Zu Beginn der Hauptverhandlung hatte die 2. große Jugendkammer des Landgerichts Lüneburg dem Angeklagten einen Vorschlag unterbreitet: Sollte er ein Geständnis ablegen und damit den Kindern eine Aussage vor Gericht ersparen, könnte er mit einer Freiheitsstrafe zwischen 22 und 26 Monaten, einer Sexualtherapie und einer Geldauflage davonkommen. Wobei die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden könnte, bliebe sie unter zwei Jahren.

Mindestens ein Nebenklage-Vertreter jedoch wertet das Geständnis des Angeklagten lediglich als ein Teilgeständnis, da es aus seiner Sicht Widersprüche gibt, was die Schwere einer der Taten betrifft.

Der morgige Verhandlungstag beginnt um 9.30 Uhr.

Von Ines Bräutigam

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