SPD-Vertreter erörterten Besonderheiten zu Alpha E

Minister Lies rät von Raumordnung ab

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Erörterten die Problematik Alpha E für Bad Bevensen (v.l.): Olaf Lies, Ellen Laas, Andreas Bersiel und Dr. Carla Eickmann.

ib Bad Bevensen/Hannover. Ein Raumordnungsverfahren für den geplanten Bahnstrecken-Ausbau zwischen Lüneburg und Uelzen (Alpha E) könne nicht im Sinne Bad Bevensens sein.

Diesen Hinweis gab Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) den Bevenser Sozialdemokraten Ellen Laas und Andreas Bersiel mit auf den Weg, die Lies in Hannover besucht hatten. Sie wiesen Lies auf die besondere Situation Bad Bevensens hin, die bei der Umsetzung der Alpha-E-Variante zu beachten sei. Mit Alpha E soll, wie berichtet, mehr Kapazität auf den Gleisen geschaffen werden, um Güter vom Hamburger Hafen ins Hinterland schaffen zu können.

Die besondere Situation Bad Bevensens rückt bei den Planungen für den Gleisstreckenausbau im Rahmen des Projekts Alpha E immer mehr in den Fokus. Ein Raumordnungsverfahren sei aus Sicht von Landesverkehrsminister Olaf Lies aber eher nicht förderlich.

Wie berichtet, hatte die BfB-Fraktion im Bad Bevenser Stadtrat ein Raumordnungsverfahren für das Projekt gefordert; der Verwaltungsausschuss hatte eine Entscheidung dazu allerdings jüngst vertagt. „Ein Raumordnungsverfahren dauere Jahre, und die Stadt benötige ein schnelleres Verfahren“, berichten Laas und Bersiel von Lies’ Position. „Deshalb sei es aus seiner Sicht wichtig, die möglichen Alternativen sehr zeitnah in einem Planfeststellungsverfahren zu untersuchen, um Bedenken und Interessen der Bürger von Anfang an bei der Untersuchung der Alternativen zu berücksichtigen und eine jahrelange Hängepartie durch ein Raumordnungsverfahren zu vermeiden.“

Sehr deutlich machten Lies und seine stellvertretende Referatsleiterin für Verkehrspolitik, Dr. Carla Eickmann, dass es nicht richtig sei, den Eindruck zu erwecken, durch ein Raumordnungsverfahren könne die sogenannte A7-Variante wieder in die Überlegungen einfließen. „Die A7-Variante werde es, so Lies, auch in einem Raumordnungsverfahren nicht geben“, berichten Ellen Laas und Andreas Bersiel. „Lies wies in Bezug auf die schwierige Situation in Bad Bevensen darauf hin, dass der Bundesverkehrswegeplan-Entwurf genau aus diesem Grunde die Möglichkeit der Umfahrungen aufgenommen habe.“ Dieses werde man in den Planungen prüfen, sobald der Bundesverkehrswegeplan Ende des Jahres beschlossen worden sei.

Und noch eine klare Aussage gab es vom Minister: Ein viertes Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen wird es nicht geben. Weder sei es im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen noch gebe es finanzielle Mittel dafür.

Damit die weitere Diskussion sachlich und auf Augenhöhe diskutiert wird, will der Minister nun einer Forderung von Laas und Bersiel nachkommen: Nicht erst, wie von der Bahn AG vorgeschlagen, 2018, sondern schon nächstes Jahr soll in Sachen Alpha E ein Runder Tisch in Bad Bevensen eingerichtet werden, um die Belange der Stadt beim Lärm- und Erschütterungsschutz frühzeitig in die Planungen mit einzubeziehen.

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