Veranstalter zählen 500 Festivalbesucher

Mekka der Heavy-Metal-Fans in Seedorf

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Die Veranstalter zählten rund 500 Festivalbesucher, die unter anderem zu den Klängen von der hiesigen Band „The Beautiful Masquerade“ headbangten.

Seedorf. Jaja, Glück und Pech liegen doch nah beieinander – bewiesen die Veranstalter des 8. Open Airs in Seedorf beim diesjährigen Terminierungs-Wetterlotto mit kühler, aber immerhin trockener Witterung ein glückliches Händchen, zogen sie bei der Buchung des Prime-Time-Slots um 20 Uhr gleich eine doppelte Niete:

Die Münsteraner „As I Rise“, die drei Tage zuvor spontan für die erkrankten Metaller „DieVersity“ aus Franken zugesagt hatten und reichlich „Feuer unterm Arsch“ versprachen, sprangen wenige Stunden vor ihrem Auftritt ab und verkürzten das Line-Up auf sechs Bands.

Aber was soll‘s. Henrik Kruskop, Mitorganisator vom „Verein zur Förderung kultureller Zwecke“, nahm es schließlich gelassen bis heiter: „Wir strecken das ganze Programm einfach ein bisschen, vielleicht spielen die einen oder anderen ihr erstes Lied am Ende noch einmal und dann fällt es gar keinem auf.“ Gelernt haben der Projektingenieur und seine vielen Mitstreiter aus der Geschichte trotzdem: „Im nächsten Jahr stellen wir ein bis zwei Bands von vornherein auf die Ersatzbank, dann gibt es kein Theater mehr.“ Auswahl dürften sie dabei wieder genug haben: Unglaubliche 490 Bewerbungen gab es dieses Mal für einen Startplatz beim Open Air in der 200-Seelen-Gemeinde.

Es war ihr allererster Open- Air-Auftritt überhaupt, aber es wird angesichts ihrer druckvoll-selbstbewussten Performance wohl garantiert nicht ihr letzter sein: „Geilomat ey!“, freute sich Micha von der Uelzener Metalcore-Formation „The Beautiful Masquerade“ angesichts der bereits am frühen Abend vor der Bühne tobenden Menge aus 500 Festivalbesuchern und setzte in der nachfolgenden Dreiviertelstunde gemeinsam mit seinen vier Kumpanen Gero, Daniel, Flo und Philipp einen fulminanten vorläufigen Höhepunkt des Open Airs, der es für die nachfolgenden Bremer Rammstein-Epigonen „TAINA“ und den bekannten Hannoveraner Trash-Metal-Headliner „Cripper“ nicht gerade leicht machte.

Auch die Lokalmatadore im diesjährigen Line-Up, die wie so viele Bands aus der Region mangelnde Auftrittsmöglichkeiten beklagen, sparten nicht mit Lob für die unermüdlichen Seedorfer: „Wir freuen uns, dass es so etwas überhaupt gibt und es ist toll, wie hier wirklich alle Leute aus der Gemeinde mitmachen.“

Von Marcus Kieppe

Open-Air-Festival Seedorf 2016

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