BBM zieht leicht positive Halbjahresbilanz / Besucherzahl in der Jod-Sole-Therme weiter rückläufig

Bad Bevensen: Mehr Gäste in der Kurstadt

+
Die Kurstadt punktet mit Natur, Kultur, Gesundheits- und Wohlfühlangeboten – insgesamt zeichnet sich bei den Übernachtungszahlen ein leicht positiver Trend ab.

Bad Bevensen. Als Ulrich von dem Bruch kürzlich die Halbjahreszahlen veröffentlichte, rieb sich mancher Hotelier in Bad Bevensen verwundert die Augen.

Der Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH nämlich hatte von einem Tourismus-Boom in der Heide berichtet, einem Zuwachs bei den Übernachtungen von 6,3 Prozent. Damit wachse der Tourismus stärker als in ganz Deutschland. Ganz so euphorisch ist die Situation in Bad Bevensen tatsächlich nicht zu sehen. „Insgesamt zeichnet sich aber trotz eines noch vorhandenen leichten Minus gegenüber dem Vorjahr ein positiver Trend analog des gesamten Deutschlandtourismus ab“, bestätigt Björn Eichner, Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM), auf AZ-Nachfrage.

So sind in diesem Jahr bis August bereits 40 835 Ankünfte von Gästen in Bad Bevensen verzeichnet worden. Das sind 0,46 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2015. Da waren es 40 646. Im gesamten vorigen Jahr reisten 62 459 Gäste in der Kurstadt an.

Bei den Übernachtungen ist ein kleines Minus zu verzeichnen: Bis August dieses Jahres wurden 167 997 gemeldet. Das sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 169 567 Übernachtungen 0,93 Prozent weniger. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 260 627 Übernachtungen registriert worden. Alle touristischen Ankünfte und Übernachtungen bezögen sich auf das Statistische Landesamt, ohne Berücksichtigung der Übernachtungen in den Kurkliniken, betont Eichner.

„Entgegen dem Minus von 4,43 Prozent bei den Ankünften in 2015 gegenüber 2014 und einem Minus von 7,59 Prozent bei den Übernachtungen 2015 gegenüber 2014 gehen wir davon aus, den positiven Trend bis Jahresende bestätigen zu können und durch den herausragend schönen September und vielleicht auch Oktober weiter in Richtung eines positiven Ergebnisses für Bad Bevensen zu kommen“, prognostiziert der BBM-Geschäftsführer.

Obwohl die diversen geschlossenen Hotels auch in diesem Jahr nicht wieder eröffnet worden seien, habe man seit der Eröffnung des neuen Kurhauses und vor allem dem Relaunch der Internetseite Zunahmen bei den Buchungen über die BBM festgestellt, so Eichner. „So konnten die eigenen Buchungen im Zeitraum Januar bis August 2016 um über 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden und durch die Steigerung der Anzahl der teilnehmenden Vermieter an den Premium-Vertriebskanälen die Fremdbuchungen um mehr als sieben Prozent.“

Auch die Ankünfte aus eigenen Vermittlungen wurden um mehr als 19 Prozent und die Übernachtungen aus eigener Vermittlung um knapp 14 Prozent gesteigert. Eichner: „Bereits im August haben wir nach nur sechs Wochen mit der neuen Homepage die Besucherzahlen auf der Seite gegenüber dem Höchststand der alten Seite übertroffen und die Seite der Stadt Uelzen erstmals eingeholt und sogar leicht überholt.“

Nicht ganz so positiv sieht der Trend bei einem weiteren Zugpferd für Bad Bevensens Tourismus aus: der Jod-Sole-Therme, die von der Kurgesellschaft Bevensen betrieben wird (42 Prozent der Anteile hält die Stadt Bad Bevensen, Mehrheitsgesellschafter ist mit 58 Prozent der Landkreis Uelzen). Trotz verschiedener Marketingaktivitäten unter der Regie von Interimsgeschäftsführerin Sabine Neumann-Heinen sinken die Besucherzahlen in der Therme.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres besuchten 121 666 Gäste die Jod-Sole-Therme. Im gleichen Zeitraum 2015 waren es noch 126 089. Insgesamt verzeichnete die Therme im vergangenen Jahr 250 220 Besucher. Im Jahr 2014 waren es 259 525, 2013 wurden noch 293 096 Besucher gezählt.

Eine Einordnung der Zahlen fällt Sabine Neumann-Heinen im Moment schwer. „Es gab Monate, in denen wir dachten, es zieht richtig an“, sagt sie. „Aber spannend wird auf jeden Fall noch mal der Herbst, weil sich herumgesprochen hat, dass jetzt die Baustellen hier alle weg sind.“

Von Ines Bräutigam

Kommentare